Newsletter

Fraunhofer Venture

Newsletter

»Unternehmenssimulation Spin-off-Cycle« – oder: Wie lernt man eigentlich, ein Unternehmen aufzubauen?

Es ist bereits das neunte Seminar, das Fraunhofer Venture unter dem Motto Unternehmenssimulation veranstaltet. In diesem Jahr haben sich vom 11. bis 13. November erneut 20 Teilnehmer in Schloss Hohenkammer eingefunden, um in einem Planspiel zu lernen, wie der Prozess vom Unternehmensaufbau bis zum Exit theoretisch verläuft. Wir haben Manfred Stöger, verantwortlich für das Seminar-Programm, gefragt, wie praxisnah das Seminar wirklich ist und ob sich die Teilnehmer nun auf die tatsächliche Unternehmensgründung vorbereitet fühlen.

 

Herr Stöger, wie kam es zu der Idee, dieses erfolgreiche Seminar anzubieten?

Ursprünglich war das Planspiel einer der Programmpunkte unseres Networkshops bzw. Camp@Venture. Wir haben gemerkt, dass dieses Planspiel genügend Potential hat, eine eigene Veranstaltung zu werden. Mittlerweile ist die »Unternehmenssimulation Spin-off-Cycle« ein fester Programmpunkt im Veranstaltungskalender der Fraunhofer-Gesellschaft. Einmal pro Jahr kommen etwa zehn bis 20 Teilnehmer ins Schloss Hohenkammer bei München, um in drei Tagen zu lernen, wie man ein Unternehmen aufbaut und führt.

Wer nimmt an diesem Planspiel teil?

Die Teilnehmer setzen sich aus Fraunhofer-Mitarbeitern zusammen, die entweder gerade eine Existenzgründung planen oder schon mitten drin im Aufbau eines eigenen Unternehmens stecken. Insbesondere Spin-off-Projekte, die das Programm »FFE - Fraunhofer fördert Existenzgründung« durchlaufen, nehmen an dieser Unternehmenssimulation teil. Aber auch bereits ausführende Führungskräfte können hier noch das ein oder andere erlernen.

Was versprechen sich die Teilnehmer von diesem Seminar?

Wenn man aus den Naturwissenschaften kommt, fehlt in der Regel das Business-Wissen. Bei diesem Planspiel simulieren die Teilnehmer die ersten vier Jahre eines Unternehmens und können in der praktischen Anwendung betriebswirtschaftliche Kenntnisse erlernen, ausbauen und anwenden. Neben Soft Skills wie guter Handlungs- und Entscheidungsfähigkeit sowie unternehmerischem Denken und Handeln, lernen die Teilnehmer hier auch Fachbegriffe aus der Finanzwirtschaft. So können sie später mit Bankberatern oder Venture-Capitalists professionelle Gespräche führen, weil sie die Sprache der anderen verstehen.

Jetzt mal ehrlich: Sind Anspruch und Wirklichkeit des Seminars deckungsgleich, also, ist das Planspiel wirklich so praxisnah?

Die Realitätsnähe lebt von der Qualität der Trainer. Unsere Trainer von Targetsim sind einerseits praxiserfahren und haben andererseits schon mehrere hundert Planspiele durchgeführt. Sie verteilen Aufträge, sind Finanzierungspartner oder treten als Geschäftspartner auf. Ihre Erfahrungen und Kenntnisse bringen sie in das Spiel mit ein und simulieren so den Markt: Wenn ein Team sich dazu entschließt, seine Produktion nach China auszulagern, dann spielen die Trainer den chinesischen Auftragsfertiger und machen Angebote, für wie viele Geldeinheiten sie welche Produkte herstellen. Und auch der in der Realität auftretende Zufall wird simuliert: Bei Geschicklichkeitsspielen können die Teilnehmer zum Beispiel Bonuszahlungen gewinnen.

Unternehmenssimulationen werden oft als „risikolose Spielwiese“ kritisiert. Welche Rolle spielt die fehlende Verlustmöglichkeit?

Zum einen haben die Teilnehmer einen großen Ehrgeiz: Sie kommen mit tatsächlichen Gründungsabsichten hier her und nehmen das Planspiel sehr ernst.  Andererseits ist auch das Fehlermachen enorm wichtig. In der Simulation kann man Risiken bewusst eingehen, um zu testen: Was funktioniert und was nicht? Häufig schätzen die Teilnehmer den Marktbedarf falsch ein, bauen Überkapazitäten auf und müssen hohe Abschreibungen in Kauf nehmen. Und manchmal kann beispielsweise der Auftragsfertiger in China die gewünschte Qualität nicht liefern. Zukünftig können die Teilnehmer Risiken früher erkennen und besser einschätzen.

In einer modularen Brettspiel-Simulation werden, ganz wie in Unternehmen üblich, unterschiedliche Rollen definiert. Lassen sich da Stärken und Schwächen schnell und sicher feststellen?

Die Teilnehmer machen Fehler und erleben Erfolge. Darauf basierend können sie künftig mehr auf ihre Stärken setzen und Schwächen ausgleichen. Sie lernen ihre Grenzen kennen und wissen dann, in welchen Bereichen sie sich noch weiterbilden können oder welche Aufgaben sie abgeben sollten.

Wie wichtig ist dabei die Wettbewerbssituation mit den anderen Teams?

Der Wettbewerb zwischen den Teams ist auf jeden Fall da, auch wenn es nicht primär erklärtes Ziel ist, zu gewinnen. Viel wichtiger ist aber der Austausch, der während des dreitägigen Seminars stattfindet. Die Teams können sich über Erfahrungen sowohl im Spiel als auch im richtigen Berufsleben austauschen und voneinander abschauen. Sie können damit nicht nur aus den eigenen Erfolgen und Fehlern lernen, sondern auch aus denen der anderen.

Gibt es schon einen Ausblick auf 2015?

Der Termin für 2015 steht natürlich schon fest: Vom 10. bis 12. November 2015 findet im Schloss Hohenkammer die 10. »Unternehmenssimulation Spin-off-Cycle« statt. Anmeldungen werden auch schon entgegengenommen.

 

P.S.: Einen Sieger des Planspiels gab es nicht. Alle vier Teams haben ihr Unternehmen mit unterschiedlichen Strategien zum Erfolg geführt und dabei viel gelernt.

Fraunhofer-interner Ideenwettbewerb »PROJEKTE FÜR MENSCHEN«

Der Ideenwettbewerb "Projekte für Menschen" im Rahmen des Symposiums »Netzwert« 2015, richtet sich an alle Fraunhofer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Ziel ist es das breite Spektrum an bestehenden Fraunhofer-Kompetenzen und -Technologien zu nutzen um soziale Problemstellungen zu lösen

Acht ausgewählte Ideengeber erhalten die Möglichkeit ihre Ideen am 27.01.2015 auf dem Symposium »Netzwert« vor den Teilnehmern zu präsentieren. Die besten drei Ideen werden unmittelbar nach der Präsentation durch das Publikum gekürt und vom Präsidenten geehrt. Die prämierten Ideen erhalten je eine Anschubfinanzierung i.H. von 25.000 Euro, sowie eine private Prämie in Höhe von bis zu 5.000 Euro. Die anderen fünf Projekte jeweils 20.000 Euro Projektbudget. Mit dem Projektmitteln sollen die Ideen, mit Unterstützung durch die Projektgruppe FFI, innerhalb von sechs Monaten zu tragfähigen Konzepten weiterentwickelt werden

Gesucht werden Ideen für »soziale« Projekte, die

  • zur Sicherung der Grundbedürfnisse von Menschen (d. h. Nahrung, Unterkunft, Bekleidung, Trinkwasser, sanitäre Einrichtungen, Transportmittel, Gesundheit und Bildung) auf der ganzen Welt beitragen
  • existierende Fraunhofer-Kompetenzen in die unmittelbare Anwendung an einem konkreten Einsatzort überführen (keine Forschungsleistung, sondern Anwendungsentwicklung)

Die Ideen können noch bis zum 28.11.2014 im Ideenportal eingegeben werden.

Die Anmeldung erfolgt ausschließlich über die Institutsleitung. Weitere Informationen finden Sie hier.

Rückblick Camp@Venture 2014

Das erste Fraunhofer Camp@Venture 2014 war mit 50 Teilnehmern aus 20 unterschiedlichen Fraunhofer-Instituten ein voller Erfolg. "Ich wusste nicht genau was mich hier erwartet, bin aber begeistert von diesem Event" resümierte einer der Teilnehmer gegen Ende der Veranstaltung. Das Camp@Venture ist eine Neukonzeption des jährlich stattfindenden Networkshop.

Während den zwei Innovationstouren konnten die Fraunhofer Forscher zu Beginn der Veranstaltung verschiedene Eindrücke aus der Berliner Start-up Szene gewinnen. Ohne große Verschnaufpause wurden die Fraunhofer-Mitarbeiter in 8 Teams eingeteilt, damit sie in den kommenden 30 Stunden eigene Geschäftsideen im Rahmen des Business Design Game entwickeln konnten. Als Produktvorlage diente hierzu eine Parrot 2.0 Drohne mit einer groben Beschreibung der technischen Spezifika. Die Drohne wurde in den unterschiedlichen Geschäftsmodellen, unter anderem zur landwirtschaftlichen Bodenanalyse, als fliegender Wachhund für Eigenheimbesitzer und Industrieanlagen sowie als hilfreicher Werkzeugkasten für den Bau in großen Höhen verwendet. Von Hyphotesenanalysen und telefonischen Vertriebsgesprächen bei möglichen Kunden bis hin zur Konzipierung eines MVP (minimum viable product) sowie der Erstellung eines Papervideos, ist den Teilnehmern nichts erspart geblieben.

netzwerk nordbayern und evobis werden zu BayStartUP

Wie im Sommer angekündigt, bündeln netzwerk nordbayern und evobis ihre Kräfte und treten ab sofort gemeinsam als BayStartUP auf.

Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner: „BayStartUP schafft ein Rundum-Angebot, um Gründer, junge Unternehmen und Startup-Investoren in Bayern gemeinsam und mit nachhaltigem Erfolg voranzubringen. Die gesamtbayerische Institution erhöht die Schlagkraft des bayerischen Startup-Programms. Sie unterstützt Unternehmensgründer bei allen Herausforderungen  -  von der Konzeptphase über die Finanzierung bis hinein ins schnelle Wachstum sowie bei ersten Schritten auf dem internationalen Markt.“

Die bereits seit 1996 erfolgreichen bayerischen Businessplan Wettbewerbe werden nun von BayStartUP ausgerichtet: der Münchener Businessplan Wettbewerb und der Businessplan Wettbewerb Nordbayern sowie die Wettbewerbe in Bayerisch-Schwaben und Südostbayern. Die zentralen Büros sind in Nürnberg und München angesiedelt, von dort aus wird Unterstützung vor Ort in ganz Bayern mit Partnern organisiert. Mit Workshops, Netzwerk-Veranstaltungen und persönlichem Coaching schafft BayStartUP ein im ganzen Freistaat nutzbares Startup-Programm. Mit dem Zusammenschluss von evobis und netzwerk nordbayern entsteht zudem eines der größten Finanzierungsnetzwerke in Deutschland. Insgesamt sind rund 200 privat investierende Business Angels und rund 100 institutionelle Investoren im BayStartUP Finanzierungsnetzwerk gelistet. Pro Jahr können so circa 20 bis 30 Millionen Euro an Gründungs- und Wachstumskapital in Bayern vermittelt werden.

Gründerwoche vom 17. bis 23. November

Vom 17.-23. November 2014 werden die Partner der Gründerwoche wieder Workshops, Seminare, Planspiele, Wettbewerbe und viele weitere Veranstaltungen rund um das Thema berufliche Selbständigkeit anbieten.

Gemeinsam mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie setzen sie damit Impulse für eine neue Gründungskultur und ein freundlicheres Gründungsklima in Deutschland.

Die Gründerwoche Deutschland findet jedes Jahr in enger Kooperation mit der Global Entrepreneurship Week (GEW) statt. Die GEW ist eine weltweite Aktionswoche, die allein im Jahr 2013 circa 7,5 Millionen junge Menschen in über 140 Ländern für innovative Ideen, Gründungen und Unternehmertum begeistert hat.

 

Deutsches Eigenkapitalforum vom 24. bis 26. November in Frankfurt am Main

Das Deutsche Eigenkapitalforum, Europas führende Netzwerk- und Informationsplattform rund um das Thema Unternehmensfinanzierungen über die Börse, findet in diesem Jahr vom 24. bis 26. November 2014 im Congress Center der Messe Frankfurt am Main statt. Bis zu 5.000 internationale Unternehmer, Investoren und Analysten sowie Teilnehmer aus der Finanzindustrie nutzen die Gelegenheit, sich vor einem professionellen Publikum zu präsentieren, gezielt Investoren anzusprechen, ihr Wissen zu vertiefen und ihr Netzwerk zu pflegen.

Die Veranstaltung richtet sich insbesondere an, Kapitalsuchende deutsche und internationale Unternehmen, Aktien- und Anleiheemittenten, Institutionelle Investoren und Analysten, Finanzintermediäre und Dienstleister im Kapitalmarkt, insofern diese Sponsor sind.

INNOVATION DAYS 2014 am 1. und 2. Dezember in München

Auf den dritten Innovation Days stellen die führenden deutschen Forschungsorganisationen – Max-Planck-Gesellschaft, Fraunhofer-Gesellschaft, Helmholtz-Gemeinschaft und Leibniz-Gemeinschaft – ausgewählte Technologien und Spin-off-Projekte aus den Bereichen Life Sciences (Schwerpunkt Biotechnologie) und Chemical & Physical Sciences (Schwerpunkt Materialien und Leichtbau) vor.

Neben interessanten Präsentationen und Sessions bieten die Innovation Days eine ideale Plattform, um innovative Forscher, Technologietransfer- Experten, Business Development Spezialisten, Venture-Capital-Experten sowie Führungskräfte aus der Wirtschaft zusammenzubringen.

Social Bookmarks