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Fraunhofer Venture

»Enabling Innovation« - Wie Innovationsfähigkeit optimiert werden kann

»Enabling Innovation« heißt das neue Förderprojekt, das Fraunhofer-Instituten ermöglicht, mithilfe eines institutsinternen Workshops ihre Innovationsfähigkeit zu analysieren und nachhaltig weiter zu entwickeln. Im Interview erklären Andreas Aepfelbacher, stellv. Leiter der Abteilung »Ausgründungen und Beteiligungsmanagement«, und Stefan Block, Technologietransfer-Manager, wie das Managementtool funktioniert und welche Bedeutung Technologietransfer für die Fraunhofer-Gesellschaft hat.

 

Welche Ziele verfolgt das Förderprojekt „Enabling Innovation“?
Stefan Block: Ziel des Förderprojektes ist es, herauszufinden welche Faktoren innerhalb eines Instituts für die Innovationsfähigkeit relevant sind und wie diese unterstützt werden können. Dabei werden ganz unterschiedliche Aspekte betrachtet: Von der Personalführung über die Art der Kundenbeziehung bis hin zur Nutzung von Synergien.
Andreas Aepfelbacher: Darüber hinaus soll auch der Output an Innovationen betrachtet werden, also die Fragen: wie ist das Institut bezüglich Innovationsfähigkeit organisiert? Wie sehen die etablierten Prozesse aus? Welche Ergebnisse von Technologietransfer lassen sich bereits feststellen? Diese Fragen sollen beantwortet werden.
Stefan Block: Und wenn der Institutsleiter weiß, wo sein Institut gerade steht, dann kann er auch beurteilen, wie diese Prozesse – im Sinne der Institutsstrategie - in Zukunft gesteuert und gestaltet werden können.

 

Warum ist dieser Technologietransfer so wichtig – generell und für Fraunhofer?
Andreas Aepfelbacher: Die Fraunhofer-Gesellschaft betreibt angewandte Forschung. Damit hat sie sich ganz wesentlich dem Technologietransfer zur Stärkung der deutschen Wirtschaft verschrieben.
Stefan Block: Die Aufgabe von Fraunhofer liegt nicht nur darin, Dinge zu erforschen und zu entwickeln, sondern auch darin, sie ins reale Leben zu übertragen. Außerdem können Institute, die diese Verwertung besonders gut umsetzen, über ein größeres Budget verfügen. Ganz generell ist es zudem motivierend für die Mitarbeiter, wenn das entwickelte Patent nicht einfach nur in der Schublade verschwindet, sondern die Ergebnisse der Arbeit auch außerhalb des Büros bzw. des Labors zu sehen sind.

Technologieverwertung bedeutet: Aus Forschung verwertbare Innovationen machen. Wie kann dieser Prozess optimiert werden?
Stefan Block: Wir haben einen eigenen Vorstandsbereich mit Prof. Verl an der Spitze, der sich mit dem Thema Technologietransfer beschäftigt. Dieses große Team unterstützt Wissenschaftler beim Prozess der Technologieverwertung: von der strategische Patentanalyse bis hin zum Technologiemarketing. Sie sprechen beispielsweise mit Großkunden, um zu sehen, welche Kunden- und Marktbedürfnisse bestehen und welche Lösungen Fraunhofer bieten kann. Daraus generiert sich zum Beispiel Verwertung im Rahmen eines Kooperationsvertrags. Darüber hinaus werden Wissenschaftler von der Abteilung »Ausgründungen und Beteiligungsmanagement« bei ihrer Ausgründung unterstützt. Wir helfen bei der Erstellung eines Businessplans, informieren über Fördermöglichkeiten und koordinieren die vertragliche Gestaltung.

Die Vorarbeiten zu dieser erfolgreichen Verwertung werden in den Workshops von »Enabling Innovation« gelegt. Wie sieht so ein Workshop am Institut konkret aus und an wen richtet er sich?
Andreas Aepfelbacher: Da der Workshop vor allem von der Diskussion lebt, wird er mit einer sehr kleinen Teilnehmerzahl durchgeführt. Er richtet sich nur an Institutsleiter und Personen, die im Bereich Technologietransfer arbeiten. Dabei möchten wir betonen, dass alle Ergebnisse vertraulich behandelt werden. Auch im Rahmen der Begleitforschung werden die Ergebnisse nicht auf das jeweilige Institute zurückzuverfolgen sein.
Stefan Block: Die Vorbereitung des halb- bis ganztägige Workshop beginnt mit einem telefonischen Vorgespräch zwischen dem externen Moderator und dem Institutsleiter, um zu klären, welche Themen und Strategien diskutiert werden sollen. Etwa eine Woche vor dem Workshop wird der »Enabling Innovation«-spezifische Fragebogen an alle Teilnehmer versandt. Der Workshop selbst findet direkt am Institut statt und bildet eine Diskussion der zuvor festgelegten Schwerpunkte. Im Anschluss erstellt der Moderator einen zusammenfassenden Bericht und leitet Handlungsempfehlungen ab: Was läuft gut? Was kann optimiert werden? Bei einem etwa einstündigen Nachtelefonat spricht der Moderator mit dem Institutsleiter über die Umsetzbarkeit der Handlungsempfehlungen und die Möglichkeit weiterer Unterstützung.

Das heißt, jedes Institut legt seine Ziele für den Workshop individuell selbst fest?
Stefan Block: Prinzipiell umfasst der Workshop 13 »Enabling Innovation«-spezifische Aspekte der Innovationsfähigkeit: von der Personalführung über die Kundenmanagementsysteme bis hin zur Förderpolitik und Forschungsplanung. Wo dabei der Schwerpunkt der Diskussion liegen soll, muss das Institut selbst festlegen. Am Ende sollte sich der Institutsleitung ein klareres Bild darstellen, was gut läuft und wo noch Verbesserungspotential besteht.

Theorie ist die eine Seite. Aber wie sieht es in der Praxis aus: Wie können die Institute die Inhalte des Workshops letztlich umsetzen?
Andreas Aepfelbacher: Dazu werden Folgeworkshops durchgeführt, die zeigen sollen, ob die Empfehlungen die gewünschten Veränderungen bewirken konnten und wie die nächsten Schritte aussehen könnten.
Stefan Block: Außerdem wurden die Faktoren in einem Vorlaufprojekt evaluiert und gemeinsam mit großen Wirtschaftsunternehmen ermittelt. Der Moderator weiß also, was umsetzbar ist und was nicht. Aus der Erfahrung hat er mehrere Handlungsoptionen, die auf unterschiedliche Fälle oder Persönlichkeiten angewendet werden können.

Was muss ich als Institut tun, wenn ich an diesem Workshop teilnehmen möchte?
Stefan Block: Interessierte Institute melden sich einfach telefonisch (Tel +49 89 1205-4513) oder per Mail bei mir. Ich leite dann alles Weitere in die Wege, ohne dass für die Institute ein Mehraufwand entsteht. Das Projekt wird vom BMBF gefördert und damit fallen für die Institute keine Kosten an.
Andreas Aepfelbacher: Inklusive der Folgeworkshops sind für die nächsten drei Jahre 40 Workshops geplant. Bisher haben schon drei Institute ihr Interesse angemeldet.

 

Vielen Dank für das Interview!

Susteen Technologies GmbH

Nachhaltige, effiziente Energie aus Biomasserückständen

 

Biogasanlagen sind ein wichtiger Baustein für die dezentrale Energieversorgung. Sie erzeugen Strom aus nachwachsenden Rohstoffen und können die stark schwankende Wind- und Sonnenenergie ausgleichen. In Deutschland sind bereits 8000 Anlagen mit einer elektrischen Leistung von insgesamt 3,75 Gigawatt in Betrieb – das entspricht etwa drei Kernkraftwerken. Aber die Anlagen haben auch einige Nachteile: Sie verarbeiten nur ein eingeschränktes Spektrum organischer Stoffe und stehen in Konkurrenz mit dem Anbau von Nahrungsmitteln.

Das Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT entwickelte ein Biobatterie-Verfahren, welches die Effizienz von Biogasanlagen erheblich steigert. Die Ausgründung Susteen Technologies GmbH mit Sitz in Sulzbach-Rosenberg setzt das Konzept der Biobatterie in großen Pilotanlagen in die Praxis um. Mit dem modularen Konzept der Biobatterie lässt sich eine erheblicher größere Bandbreite von Biomasse energetischer verwerten als bisher. Somit können aus Klärschlamm, Grünabfällen, Produktionsresten aus der Lebensmittelindustrie und weiteren biogenen Reststoffen nicht nur Strom und Wärme, sondern auch hochwertigere Produkte wie Gas, Öl und Pflanzenkohle erzeugt werden.

 

 

Thermo-katalytisches Reforming zur Verarbeitung biogener Reststoffe

 

Die Biobatterie ist modular aufgebaut und besteht aus einem Pool umweltfreundlicher Technologien wie Biogasanlagen, thermischen Speichern, Vergasern und Motoren zur Stromerzeugung. Das dazu eingesetzte thermo-katalytische Reforming (TCR®) ist in der Lage, eine große Bandbreite an Biomasserückständen zu verarbeiten. In einem mehrstufigen, thermo-chemischen Prozess wird Biomasse in hochwertiges Synthesegas, Bio-Öl, Bio-Kohle und Wasser umgewandelt. Durch eine effiziente Wärmeführung kann die TCR-Anlage sich mit der erforderlichen Prozessenergie selbst versorgen und zusätzlich Wärme zur Biomassetrocknung exportieren.

Die hohe Qualität der Produkte eröffnet eine Vielzahl von Optionen für die kommerzielle Anwendung des Verfahrens. Im günstigsten Fall erfolgt direkt am Anlagenstandort die Stromerzeugung über Kraft-Wärmekopplung aus Gas und Öl und die Lieferung der Bio-Kohle als Brennstoff an ein Biomasseheizkraftwerk. Der hohe Wasserstoffgehalt des Gases eröffnet für die Zukunft eine dezentrale, nachhaltige Wasserstoff-Quelle für Brennstoffzellen, zur Kraftstoff-Synthese oder zur Synthese von Basisprodukten für die grüne Chemie. Wer sich selbst von der zukunftsweisendes Technologie überzeugen und die Menschen hinter Susteen Technologies kennenlernen will, hat dazu am Dienstag, den 14. April am Tech-Transfer-Stand der HANNOVER MESSE die Gelegenheit.

Intrapeneurstories

Es gibt sie bereits. Die unternehmerischen Köpfe bei Fraunhofer. In einer neuen Serie stellt das Team von FFI (Fraunhofer fördert Intrapreneurship) ihre Geschichten vor. Von der ersten Geschäftsidee bis hin zu erfolgreichen Verwertung.

Im ersten Interview verrät der Abteilungsleiter Ivica Kolaric aus dem Fraunhofer IPA nicht nur wie er auf seine Idee für künstliche Muskeln gekommen ist, sondern auch, wie er trotz vieler ernüchternder Versuche und einigen Rückschlägen am Ende doch noch eine der größten Abteilungen am IPA aufgebaut hat. Er gibt Tipps, was man als Intrapreneur in der Fraunhofer-Gesellschaft benötigt und was es braucht, um Ideen erfolgreich umzusetzen

Gips-Schüle-Forschungspreis 2015 - Ausschreibung gestartet

Interdisziplinäre Forschung ist ein zentraler Motor für wissenschaftlichen und technischen Fortschritt sowie für

wirtschaftliche Stabilität. Der im Jahr 2015, anlässlich des 50jährigen Stiftungsjubiläums, mit 50.000 Euro dotierte Gips-Schüle-Forschungspreis zeichnet interdisziplinäre Forschungsprojekte mit hohem Innovationspotential aus, die von besonderem und nachhaltigem Nutzen für die Gesellschaft sind. Zusätzlich wird auch 2015 wieder der mit 15.000 Euro dotierte Gips-Schüle-Sonderforschungspreis für soziale Innovation verliehen. Ergänzend zum Gips-Schüle-Forschungspreis soll er ein Projekt mit besonderer sozialer Relevanz prämieren. Die Preisverleihung findet im Herbst 2015 im Rahmen einer festlichen Abendveranstaltung statt. Die Preisgelder werden als Forschungsmittel ohne konkrete Zweckbindung unmittelbar nach der Preisverleihung in einer Summe an die Forschungseinrichtungen, an denen die prämierten Projekte durchgeführt werden oder wurden, ausgezahlt. Bei der Vergabe des Forschungspreises fließen Innovationspotenzial, Interdisziplinarität und Anwendungsbezug zu gleichen Teilen in die Entscheidung der Jury mit ein.

Teilnehmen können öffentliche und private Forschungseinrichtungen wie Hochschulen, Forschungsinstitute oder Wirtschaftsunternehmen, die in Bayern oder Baden-Württemberg ansässig sind. Eingereichte Forschungsprojekte dürfen höchstens zwei Jahre vor der Einreichung abgeschlossen worden sein bzw. müssen voraussichtlich innerhalb von zwei Jahren nach der Einreichung fertig gestellt werden. Projektvorschläge können bis zum 31. März eingereicht werden.

Research & Technology 2015: Fraunhofer Start-ups auf der HANNOVER MESSE

Frische Ideen, schnelles Handeln, mehr Risikobereitschaft, fokussiert auf ein neues Produkt, eingeschworen auf eine gemeinsame Vision und dabei immer die Kosten im Blick – welches Unternehmen will das nicht? Die Frage nach dem „Wie“ beantworten immer häufiger Start-ups, die ihr Können oft an der Schnittstelle zwischen realer und virtueller Welt beweisen und mit individuellen Produkten bei ihren Kunden punkten. Auf der HANNOVER MESSE – und dort in erster Linie auf der Research & Technology – haben die Entwicklungskünstler einen bleibenden Eindruck hinterlassen und werden auch 2015 wieder Teil der weltweit wichtigsten Industriemesse sein.

Dieses Jahr werden wieder verschiedene Fraunhofer Start-ups auf dem Gemeinschaftsstand tech transfer ihre spannende Technologien vorstellen. Bereits zugesagt haben, Multiphoton Optics GmbH (Verkauf von 3D-Lithografie Anlagen zur Herstellung von optischen Paketen) UBERBLIK GmbH (Ganzheitliches Kollaboration-Systeme) sowie Susteen GmbH (Nachhaltige, effiziente Energie aus Biomasserückständen). Es werden noch weitere Fraunhofer Spin-offs sowie Ausgründungen der Partner-Netzwerke Helmholtz-Gemeinschaft, Leibniz-Gemeinschaft, TU Wien, High-Tech Gründerfonds, netzwerk nordbayern und evobis erwartet.

 

Startupfinanzierung – Wie und woher bekomme ich Kapital für meine Idee?" am 25. Februar in Freiburg

Ein eigenes Unternehmen zu gründen, aufzubauen und zum Erfolg zu führen – davon träumen viele. Doch neben einer guten Idee und einem vollständigen Team bildet eine gesunde Finanzierung den Grundstein einer jeden erfolgreichen Unternehmung. In frühen Unternehmensphasen kommen klassische Finanzierungsinstrumente wie Bankdarlehen jedoch nicht in Frage.

In diesem Seminar erfahren Sie, auf welche Finanzierungspartner und -modelle Sie in diesem Stadium stattdessen zurückgreifen können, wie Sie diese Gelder akquirieren und was Sie letztendlich bei den Verhandlungen und der finalen Vertragsgestaltung berücksichtigen sollten. Neben einer Einführung in die theoretischen Grundlagen bearbeiten Sie aktiv Fragestellungen aus der Praxis.

Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenpflichtig. Die Teilnehmerzahl ist auf 20 Personen begrenzt. Anmeldeschluss ist der 18. Februar 2015.

innovationswerk I 'Team Kickoff - der richtige Spirit von Anfang an' am 26. Februar in München

Innovation braucht effektiv arbeitende X-funktionale Teams. Das passiert jeden Tag. Ein Team wird zusammengerufen, die Aufgaben werden besprochen und zugewiesen und los geht es. Dabei schauen die meisten nur auf die reine Aufgabe. Oft werden die Menschen vergessen, die hier zusammenkommen, um ein neues Projekt umzusetzen, ein neues Konzept zu entwickeln oder ein neues System einzuführen.

Und dann wundert man sich, warum die Umsetzung nicht immer einfach ist. Für das Gelingen einer Teamaufgabe ist es essentiell, dass die Mitglieder des neu geschaffenen Teams eine gemeinsame Basis aufbauen, auf der eine Zusammenarbeit leicht möglich ist. Hier macht der Anfang den großen Unterschied. Was braucht ein Team, um funktionsfähig zu sein?

In diesem innovationswerk wird eine Checkliste für die wichtigsten Aspekte eines Team-Kick-off entwickelt. Außerdem werden mit Methoden gearbeitet, die im Unternehmensalltag ohne großen Aufwand von einer Teamleitung genutzt werden können, um aus einer Gruppe von Menschen in kurzer Zeit ein leistungsfähiges Team zu formen.

Venture Day am 26. März in Karlsruhe-Durlach

Das Matching-Event in der TechnologieRegion Karlsruhe: Im Speed-Dating-Format meet'n'speed überzeugen junge Unternehmerteams Investoren von ihren Geschäftsideen.

Der Karlsruher Venture Day richtet sich vorrangig an Start-ups im digitalen Business mit Kapitalbedarf, aktuell oder in den nächsten Monaten, zur Finanzierung eines neuen Geschäftsvorhabens oder zur Finanzierung von frühem Wachstum. Bis zu 16 Start-ups haben die Möglichkeit sich für die Teilnahme zu qualifizieren. In 7-minütigen Gesprächen treffen sie auf hochkarätige Investoren im digitalen Business. Start-ups können sich bis 2. März 2015 mit einem kurzen überzeugenden Onepager oder Pitchdeck für die Teilnahme bewerben.

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