Newsletter

Fraunhofer Venture

Innovative Ideen aufspüren

Unternehmerisches Denken erkennen und fördern - das ist die Aufgabe der FFI-Promotoren. Derzeit beraten und unterstützen 17 dieser Promotoren im Rahmen des vom BMBF geförderten Projekts "FFI - Fraunhofer fördert Intrapreneurship | Fraunhofer Venture Lab" Fraunhofer-Forscher rund um das Thema Unternehmertum innerhalb der Fraunhofer-Institute. Wie die Arbeit der Promotoren aussieht und wie wichtig die Verbreitung einer Kultur des unternehmerischen Denkens und Handelns ist, erklärt uns Javier Gutiérrez Boronat, FFI-Promotor am Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS.

 

 

 

Herr Gutiérrez, wie ist die Idee des FFI-Promotors entstanden?

2014 starteten wir am Fraunhofer IIS ein internes Programm zur „Verbesserung unserer Innovations- und Projektmanagementprozesse“, kurz VIP. Ziel war es, unternehmerisches Denken und Handeln bei allen unseren ca. 900 Mitarbeitern stärker ins Bewusstsein zu rufen. Etwa zeitgleich entstand das FFI-Förderprojekt. Mit einem internen Ansprechpartner für die diese Aktivitäten, der als Multiplikator dient, konnten wir beide Projekte verknüpfen.

Welche Aufgaben haben Promotoren am Institut?

Ich habe festgestellt, dass die Aufgaben eines FFI-Promotoren sehr unterschiedlich sind. Zum einen sind wir die Schnittstelle zwischen Institut und der FFI-Gruppe: wir kommunizieren die Angebote und Aktivitäten gezielt in die Institute und haben immer einen Blick für Themen und Personen, die von diesen Angeboten profitieren könnten. Zum anderen begleiten wir unsere Teams bei der Teilnahme an verschiedenen Maßnahmen. Wir stehen ihnen am Institut als Sparringpartner zur Seite und unterstützen sie bei der Identifikation und Planung der nächsten Schritte.

Was sind die klassischen Fragen und Probleme, die bei Intrapreneuren, also Unternehmern im Unternehmen auftauchen? Wie können Sie dabei unterstützen?

Viele intrinsisch motivierte Mitarbeiter sehen zunächst nur die technisch-wissenschaftlichen Aspekte ihrer Arbeit. Im Gespräch tauchen dann andere Fragen auf, wie zum Beispiel: Wer genau ist die Zielgruppe? Welche Aufgabe will der potentielle Kunde oder die betroffene Zielgruppe durch Technologie lösen? Warum bedarf es einer Lösung? Wie sicher ist die Schutzrechtslage? Wie kann der Preis ermittelt werden? Wir unterstützen bei all diesen Fragen, indem wir kontext- und bedarfsabhängig passende Tools, Werkzeuge oder Ansprechpartner vermitteln.

Seit wann sind Sie als Promotor am IIS tätig? In wie weit hat sich das Bewusstsein für unternehmerisches Denken und Handeln am Institut seither verändert?

Angefangen hat meine Tätigkeit als Promotor nach der Teilnahme an meinem ersten Business Design Game im Juli 2014. Die produktive Umsetzung von Business Design-Methoden, die dabei vermittelt wurde, hat mich dazu motiviert, dieses Wissen weiterzugeben. Seither stelle ich immer wieder fest, dass sich das unternehmerische Denken und Handeln immer mehr verfestigt. Die Kombination unseres VIP-Programms mit den FFI-Angeboten trägt dazu bei, dass wir unsere zentrale Mission, nämlich die angewandte Forschung, wesentlich professioneller wahrnehmen. Über die technisch-wissenschaftlichen Fragestellungen hinaus, hinterfragen wir viel bewusster auch die markseitigen Aspekte. Immer öfter werden auch Punkte wie beispielsweise "Wer ist die Zielgruppe? Welche Marktsegmente adressieren wir? Was ist der Job-to-get-done?" diskutiert. Dadurch steigt die Effektivität der gesamten Arbeit. Das Schöne dabei ist, dass sich das auch auf die Motivation der einzelnen Wissenschaftler auswirkt. Jeder will doch an neuartigen Technologien arbeiten, die später als erfolgreiche Innovationen ihren Platz auf dem Markt finden und nicht nur als Theorie in der Schublade verschwinden. Außerdem diskutieren wir intensiver über das Aufgaben-Spektrum des Produktmanagements, des Business Developments und dessen Methoden und Tools. So können die nötigen Ressourcen in diesen Bereichen besser abgeschätzt und die Aufgaben besser verteilt werden.

Wie wichtig ist der Austausch der Promotoren über die Institutsgrenzen hinaus?

Sehr wichtig - einerseits um besser zu verstehen, welche anderen Organisationstrukturen es innerhalb der Fraunhofer-Gesellschaft gibt und was davon auch für sich selbst sinnvoll sein könnte. Andererseits um uns gegenseitig Anregungen zu geben, welche Maßnahmen wirksam sind. Gerade auf dieser Ebene kann man sehr viel voneinander lernen.

An wen können sich interessierte Mitarbeiter in den Instituten mit einer ersten Idee oder für weitere Informationen wenden?

Zunächst können sie sich immer an ihren Vorgesetzten wenden. Sollten weitere spezifische Anregungen bezüglich Verwertung oder konkrete Methoden und Ansätze gewünscht sein, gibt es an vielen Instituten bereits Promotoren, die gerne weiterhelfen. Wir verfügen über ein breites Netzwerk und können gegebenenfalls an Kolleginnen und Kollegen in anderen Abteilungen oder Instituten weiterverweisen oder Kontakt zum Venture Lab | FFI  bzw. zu Intrapreneurs’Experts aus dem IXperts-Netzwerk herstellen. Die Kontaktdaten zu den Promotoren an den Instituten finden Sie auf der Website.


Vielen Dank für das Interview, Herr Gutiérrez!

 

CERAGEN GmbH - Hocheffiziente Stromerzeugung bereits bei kleinster Leistung

 

 

Das Prinzip der Hochtemperatur-Brennstoffzelle (SOFC) ist für hohe elektrische Wirkungsgrade von über 60 Prozent mit Potenzial für wartungsfreien Langzeitbetrieb über 70.000 Stunden bekannt. Besonders bei kleinen Leistungen unter einem Kilowatt, wie sie im Zeitalter der hocheffizienten, dezentralen Energieversorgung immer stärker gefordert werden, sind die Vorteile der SOFC bei Effizienz, Lebensdauer und Wartungsintensität gegenüber motorischen BHKW oder Stirling-Generatoren überragend. Ein zusätzlicher Vorteil ist das hohe Temperaturniveau, das eine einfache und vielfältige Nutzung der Abwärme ermöglicht. Damit ist diese Technologie für die dezentrale Energieversorgung ideal geeignet. In Expertenkreisen werden für Kraft-Wärme-Kopplung im kleinen Leistungsbereich motorische BHKW und Stirling-Generatoren lediglich als Brückentechnologien betrachtet, bis sich die Brennstoffzellentechnologie dort durchgesetzt hat.

Technischer Durchbruch bei Start-/Stopp-Zyklen-Festigkeit
 

Durch F&E-Aufwendungen von über 15 Millionen Euro und zehn Jahren intensiver Entwicklungsarbeit ist es dem Team vom Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme IKTS unter der Leitung von Prof. Dr. Alexander Michaelis gelungen, bisher beim Einsatz der SOFC-Brennstoffzelle als kritisch betrachtete Parameter entscheidend zu verbessern. Herkömmliche SOFC-Brennstoffzellen werden durch Aufwärm- und Abkühl-Zyklen nachhaltig geschädigt, sodass sie meist nur einer zweistelligen Anzahl an Kaltstarts standhalten. Außerdem führt die Fertigung in aufwendigen Press-, Sinter- und Schweißprozessen zu hohen Kosten und ist nur unter hohem Investitionsaufwand automatisierbar. „Durch unsere patentierte Multi-Layer-Technologie können bis über 1.000 Zyklen bei spezifischen Materialkosten von unter 300 €/kW erreicht werden“, schwärmt Prof. Michaelis, und betont: „Das sind die entscheidenden technischen Voraussetzungen für den breiten Markterfolg.“

Kostengünstige Produktion durch Multi-Layer-Technologie
 

Der Schlüssel dazu liegt im patentierten Aufbau aus dünnen, gestanzten und beschichteten Stahlblech- und Zirkonoxid-Plättchen, die mit einem Glas-Lot zu einem Stapel verlötet werden. Die dünnen Einzelteile sind sehr elastisch und können so auch größere und schnelle Temperatur­änderungen unbeschadet überstehen. Durch die Einfachheit der Einzelteile können Material- und Fertigungskosten gesenkt und die Produktion kostengünstig automatisiert werden. So können bereits niedrige Stückzahlen zu wettbewerbsfähigen Kosten produziert werden. Mit den robusten und preiswerten Geräten können weitaus mehr Märkte adressiert werden, als dies bisher mit herkömmlichen SOFC-Brennstoffzellen möglich war. Für die Verwertung der Technologie wurde eigens das Fraunhofer-Spin-off CERAGEN GmbH gegründet.

Flexible und mobile Einsatzmöglichkeiten
 

Die Einsatzmöglichkeiten dieser Technologie sind vielfältig: neben der netzfernen Stromversorgung von verschiedensten Überwachungseinrichtungen zählen kleinste Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen für Einfamilienhäuser zu den attraktivsten Anwendungspotentialen, die die CERAGEN GmbH erschließen möchte. Bereits mit wenigen hundert Watt Dauerleistung können die Hälfte des jährlichen Strombedarfs und der komplette Warmwasserbedarf eines Vier-Personen-Haushalts hocheffizient erzeugt werden. Gleichzeitig wird etwa eine Tonne CO2 pro Jahr eingespart.

Das System basiert auf einer seit 2006 am Fraunhofer IKTS entwickelten kleinen Flüssiggas-Brennstoffzelle zur netzfernen Stromversorgung und wurde aus Mitteln der Fraunhofer-Zukunftsstiftung finanziert. Mit der Gründung der CERAGEN GmbH, der Besetzung des Management-Teams mit gründungs- und industrieerfahrenen Managern sowie der Erstfinanzierung durch die Fraunhofer-Gesellschaft im Oktober 2015 wurden die ersten wichtigen Schritte der Verwertung unter Regie von Fraunhofer Venture erfolgreich abgeschlossen.

Save-the-Date: FDays - Ab dem 15. Februar 2016 wieder bewerben

Ab dem 15. Februar 2016 können sich wieder unternehmerische Fraunhofer-Teams über das interne Ideenportal für die nächsten FDays bewerben. Die FDays sind ein 12-wöchiger Beschleunigungs-Modus für ausgewählte, unternehmerische Teams bei Fraunhofer. Aus der Geschäftsidee werden Geschäftsmodelle entwickelt, umfangreiche Marktanalysen nach modernsten Methoden durchgeführt und die Technologie-Entwicklung auf einen nachweisbaren Kundenbedarf ausgerichtet. Auf diese Weise werden Technologien in dem von den Forschenden bereits definierten Anwendungsfeld frühzeitig auf das wirkliche Markt-Potential hin geprüft, in eine professionelle Kommunikationsgrundlage (Pitch) für Entscheider, potentielle Kunden und Investoren gegossen sowie auf den Weg eines Fraunhofer-internen Start-ups gebracht. Die Teilnehmer kommen damit schnell und ressourceneffizient zu einer Entscheidungsgrundlage für Ihren weiteren Verwertungsweg.

Bewerbungsschluss ist der 13. März 2016. Die FDays starten bereits am 7. April 2016 mit dem 3-tägigen «FDays Micro Accelerator».

Bayerische Businessplan Wettbewerbe 2016 – jetzt bis 18. Januar 2016 mitmachen!

Die Bayerischen Businessplan Wettbewerbe gehen in die Zielgerade! Noch bis zum 18. Januar 2016 können Startups und alle Interessierten mit Geschäftsidee mitmachen. 7 Seiten Kurzkonzept oder Pitchdeck reichen in der Phase 1 des Businessplan Wettbewerbs Nordbayern, des Münchener Businessplan Wettbewerbs sowie des BPW Schwaben und BPW ideenReich Südostbayern. Die besten Teilnehmer-Teams erhalten Geldpreise und stehen bei den Prämierungsfeiern, die jeder Wettbewerb extra ausrichtet, im März 2016 im Rampenlicht. Jeder einzelne Teilnehmer bekommt aber intensives Feedback von der Wettbewerbs-Jury. Darin sind erfolgreiche Unternehmer, Manager und Investoren aktiv. Mitmachen lohnt sich also für alle (angehenden) Gründer, die eine viel versprechende Geschäftsidee ins Rennen um Geldpreise schicken und sich gleichzeitig kostenloses Feedback von Experten holen wollen!

Sonderausgabe VentureCapital Magazin Start-up 2016

Die jährliche Sonderausgabe des VentureCapital Magazins „Start-up 2016 - Der Wegweise für Gründer“ wendet sich gezielt an potenzielle Gründer und junge Unternehmer. Die als Nachschlagewerk konzipierte Ausgabe zeigt den Machern von morgen die größten Herausforderungen und Fallstricke beim Unternehmensaufbau auf und beantwortet alle brennenden Fragen rund um Gründung, Unternehmensaufbau und Finanzierung.

Aber auch alte Hasen der Start-up-Szene kommen bei dieser Ausgabe mit spannenden Case Studies, Unternehmerinterviews, aktuellen Branchentrends und Bewertungsfragen auf ihre Kosten.


 

Schwerpunktthemen sind unter anderem:

  • Aus der Uni ins eigene Unternehmen – So gelingt der Technologietransfer
  • Der Businessplan, Fundament eines jeden Start-ups
  • Mitarbeiter finden, incentivieren und binden
  • Investorenpitch: Das sollte man beachten, wenn’s um Kapital geht
  • Was möchte der Rechtsanwalt mir sagen? – von Rechtsform, Beteiligungsvertrag, Due Diligence, etc.
  • Alles hat ein Ende – So gelingt der Exit

»Kunden verstehen | CUSTOMER DISCOVERY« - FDays-Vorbereitungsworkshop am 5.2. und 4.3.2016 in München

Fraunhofer Venture Lab unterstützt die Teilnehmer bei der optimalen Vorbereitung für die FDays-Bewerbung. In diesem kostenlosen interaktiven »Kunden verstehen | CUSTOMER DISCOVERY«-Workshop lernen Fraunhofer Forschende nicht nur Ihr Marktangebot optimal auf die realen Bedürfnisse einer Zielgruppe zuzuschneiden. Durch die Vermittlung von praktischen Werkzeugen aus Design Thinking und Lean Start-up wird es möglich sein, das Marktangebot systematisch zu hinterfragen und dadurch schrittweise weiterzuentwickeln.

Alle erlernten Techniken werden noch während des Workshops auf die eigene Idee angewendet. Neben der Ausgestaltung des Marktangebots und der Kommunikation dessen an die entsprechende Zielgruppe geht es an Tag 2 vor allem um den Video-Dreh. Die Teilnehmer verlassen den Workshop mit einem fertig gedrehten Video, das für die Bewerbung der FDays nur noch auf dem Ideenportal hochgeladen werden muss.

futureSAX Investoren-Roadshow am 23. Februar in München

Der Freistaat Sachsen ist auf dem besten Weg, sich zu einer der führenden Innovationsregionen Europas zu entwickeln. Hier entstehen viele innovative Ideen und Geschäftsmodelle.

Mit der Investoren-Roadshow stellt futureSAX, die Innovationsplattform des Freistaates Sachsen, über 15 sächsische Investment Cases vor. Auf der fünften Etappe der futureSAX Investoren-Roadshow können Sie bei PwC München am 23. Februar die exklusive Möglichkeit nutzen, topaktuelle Start-up- und Wachstumskonzepte "made in Saxony" kennenzulernen.

Die Pitches finden größtenteils auf Deutsch statt, individuelle One-on-One Meetings sind auch auf Englisch möglich und können vorab vereinbart werden. Die Teilnahme an der Veranstaltung ist auf 30 Plätze limitiert

Design Thinking kennenlernen am 03. März 2016 in Nürnberg

Design Thinking ist ein ganzheitlicher, nutzerzentrierter und iterativer Ansatz, der zum Lösen von Problemen und zur Entwicklung neuer Ideen genutzt wird.

Das Seminar, das vom Fraunhofer Venture Lab abgehalten wird, vermittelt Fraunhofer Mitarbeitenden einen ersten Einblick in den iterativen Design-Thinking-Prozess und die Anwendung einzelner Elemente im Arbeitsalltag. Es werden Techniken vorgestellt, um stärker auf die Bedürfnisse der Kunden einzugehen und das Marktangebot entsprechend anzupassen. Design Thinking dient als Innovations- und Kreativitätsmethode zur Problemlösung und Ideenfindung, welche im Seminar an einem Fallbeispiel praxisnah veranschaulicht wird.

Folgende Aspekte werden im Rahmen des Workshops vermittelt:

  • Überblick und Grundzüge des Design Thinking
  • Kennenlernen und Erfahren der elementaren Schritte des Design Thinking:
    • Fragestellung verstehen
    • Bedürfnisse des Kunden / Nutzers erkennen, Erkenntnisse ableiten und eine einheitliche Sichtweise definieren
    • Kreative Ideen und Lösungen erarbeiten
    • Prototypen erstellen
    • Validierung und Testen an der Zielgruppe
  • Übertragung des Gelernten in die Fraunhofer-Welt

Fraunhofer Mitarbeitende können sich bis zum 12. Januar über das Intranet anmelden.

Social Bookmarks