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Fraunhofer Venture im Gespräch
Interview: Die Gründer und ihr Businessplan – auf was kommt es an? Antworten eines Experten. Im Gespräch: Matthias Keckl, Fraunhofer Venture
Herr Keckl, in welcher Form erhalten Sie die ersten Ideen?
Die ersten Infos erhalten wir meistens telefonisch. Die gründungswilligen Institutsmitarbeiter rufen bei Fraunhofer Venture an, weil sie eine Idee haben und sich vorstellen könnten, diese in eine Ausgründung zu transferieren. Im Anschluss wird dann das erste Konzeptpapier entwickelt. In den seltensten Fällen erhält man in dieser Stufe schon einen Businessplan. Nach ausführlichen Gesprächen wird dann der erste Businessplan entwickelt.
Wie wichtig ist der Businessplan?
Aus unserer Sicht ist ein Businessplan sehr wichtig und dient als Grundlage dafür, zu entscheiden, inwieweit wir ein Konzept unterstützen können und ob wir für dieses Konzept auch Investoren finden. Außerdem ist es auch für die Gründer sehr wichtig, ihr Produkt oder ihre Dienstleistung in vereinfachter und verständlicher Form einem Publikum ohne Forschungshintergrund zu präsentieren.
Wie bedeutend ist die Persönlichkeit der Gründer, die den Businessplan vorstellen?
Sehr wichtig. Jedoch entwickeln sich die Teams und die einzelnen Gründer meistens auch noch weiter. Das Auftreten des Gründers am Anfang ist oft nicht das gleiche, wie später das Auftreten des Unternehmers.
Wie lange muss man sich mit der Idee beschäftigen, um abzuschätzen, ob diese gut ist oder nicht? Oder erkennt man dies relativ schnell?
Das dauert schon seine Zeit. Mehrere Monate von der Grundidee bis zum Businessplan sind durchaus üblich. Zu Beginn müssen wir erst einmal das Forschungsthema am Institut kennenlernen sowie die dazu gehörigen Projekte. Auch ein Eindruck über die Arbeitsweise und die Ernsthaftigkeit der Forscher, sich wirklich ausgründen zu wollen, ist wichtig und braucht Zeit. Hinzu kommt, dass wir ja bereits sehr früh in den Prozess involviert sind. Allerdings sagt ein erstes Bauchgefühl oft schon sehr viel aus.
Durch wie viele Hände von Fraunhofer Venture geht ein solcher Businessplan?
In erster Linie wird die Ausgründung von einem Projektteam betreut, bestehend aus einem Investmentmanager, der für das kaufmännische zuständig ist und einem Juristen. Zusätzlich besprechen wir das Projekt auch noch in einer internen Runde, um Erfahrungen mit beispielsweise ähnlichen Projekten auszutauschen.
Was ist neben der Idee das wichtigste Kriterium, um ein Ausgründungs-Konzept zu unterstützen?
Ganz klar - die Gründerpersönlichkeit.
Was ist der häufigste Grund neben der Idee ein Konzept abzulehnen?
Wenn die Gründer nicht ihre ganze Energie aufbringen das Projekt voranzutreiben oder die Interessen konträr zueinander sind, d.h. wenn der ökonomische Gedanke, also das Unternehmen zum Erfolg zu führen, nicht mit anderen Interessen zusammenpassen. Wir versuchen diese Interessen zu bündeln und das Projekt mit einem gemeinsamen Ziel voran zu bringen.
Kommt es manchmal vor, dass Gründer, obwohl Fraunhofer Venture sie unterstützen würde, letztendlich doch kalte Füße bekommen, weil sie Angst vor der Selbstständigkeit haben?
Das kommt immer wieder vor, weil den Forschern oft nicht klar ist, was es bedeutet, sich selbstständig zu machen und den Platz bei Fraunhofer zu verlassen. Der Sicherheitsgedanke spielt eine große Rolle. Wir versuchen den Gründern frühzeitig zu vermitteln, was es bedeutet, sein eigenes Unternehmen aufzubauen.
Ist das „Abspringen“ in Zeiten der Krise häufiger geworden?
Die Krise hat damit weniger zu tun. Hauptsächlich spielt auch hier die Persönlichkeit des Gründers eine Rolle. Ich würde sogar sagen, dass die Leute eher in Zeiten guter Konjunktur abspringen, weil ein Wechsel in die Industrie dann attraktiver erscheint als den Weg einer Ausgründung zu gehen.
Spin-off im Profil
Die eZelleron GmbH
Die immer größer werdenden Anforderungen an portable Energiespeicher können von Batterien und Akkusystemen, die in regelmäßigen Abständen zur Regeneration an das Stromnetz angeschlossen werden müssen, nur mehr bedingt abgedeckt werden. Weltweit wird deswegen an Brennstoffzellsysteme geforscht, die völlig unabhängig vom Stromnetz, mobil und effizient elektrische Energie zur Verfügung stellen. Die eZelleron GmbH hat zusammen mit seinem Partner, dem Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme IKTS, die Forschungs- und Entwicklungsarbeiten weit voran getrieben und in der ersten Finanzierungsrunde hohe Beträge eingeworben.
Dem jungen Startup-Unternehmen eZelleron ist in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme IKTS in dieser Technologie der Durchbruch gelungen. Seit 2008 entwickelt das Unternehmen mit Sitz in Dresden emissionsarme Energiequellen zur mobilen Stromversorgung in Form von Brennstoffzellen. Die eZelleron Technologie hat das Potential, völlig unabhängig vom Stromnetz und ohne vorherige Ladezeit durch kleine Brennstoffzelleneinheiten elektrische und ökologische Energie zu erzeugen. Diese Brennstoffzelleneinheiten können nicht nur mit teurem Wasserstoff, sondern auch mit flächendeckend verfügbaren Treibstoffen, wie beispielsweise Propan, Butan, Diesel, Kerosin oder Campinggas verwendet werden. Die Produkte sind frei von Edelmetallen und erzielen bei geringen Kosten einen hohen Wirkungsgrad. Die Brennstoffzellen können in andere Systeme integriert oder als externe Ladegeräte verwendet werden. Das Unternehmen ist somit in der Lage, seinen Kunden eine hocheffiziente Energiequelle zur Verfügung zu stellen, die eine dauerhafte und mobile Stromversorgung ermöglicht. Mit der Integration der eZelleron-Technologie in reale Produkte, können viele Menschen von den Vorteilen der Brennstoffzellen profitieren. Somit haben die Nutzer die Freiheit, überall und zu jeder Zeit elektronische Geräte mobil zu verwenden. Somit erübrigt sich die Suche nach einer Steckdose oder das Mitnehmen einer Vielzahl von Batterien, Ladeadaptern und Reisestecken, da man seine eigene Steckdose immer dabei hat.
Als strategische Partner konnte eZelleron neben dem Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme IKTS auch die Upper Austria University of Applied Sciences für sich gewinnen, die bereits langjährige Erfahrung im Bereich der Brennstoffzellentwicklung vorweisen kann.
Aktuelles
Informationen zur betrieblichen Altersversorgung
Immer wieder tauchen im Rahmen von Fraunhofer Spin-offs Fragen zur betrieblichen Altersversorgung auf. Entweder zu den bestehenden Verträgen der Fraunhofer-Gesellschaft oder auch zu neuen Themen, die sich aus einer neuen Unternehmensgründung ergeben, z.B.
- Wie erfüllt man den Rechtsanspruch auf Entgeltumwandlung?
- Ist der Gesellschafter-Geschäftsführer noch sozialversicherungspflichtig?
- Wie kann man Leistungsträger an das Unternehmen binden?
- Wie erreicht man Kostenoptimierung in Vergütungssystemen?
Hannover Messe 2010
Die bedeutende Technologienmesse in Hannover vom 19. bis 23. April 2010 nutzen auch dieses Jahr wieder Institute und Allianzen der Fraunhofer-Gesellschaft, um ihre neusten Entwicklungen und Forschungsergebnisse dem Fachpublikum und der Öffentlichkeit zu präsentieren.
Zentrale Themen auf der Hannover Messe sind dieses Jahr Industrieautomation, Energietechnologien, industrielle Zulieferung, Dienstleistungen und Zukunftstechnologien. Als Partnerland stellt sich Italien vor.
Der diesjährige Leitstand der Fraunhofer-Gesellschaft ist der Gemeinschaftsstand Elektromobilität in Halle 2. Das gestartete Projekt „Systemforschung Elektromobilität“ soll der deutschen Automobilindustrie helfen, sich langfristig einen weltweiten Spitzenplatz auf diesem Feld zu sichern. Fraunhofer bietet dabei das Knowhow für die gesamte Prozesskette der künftigen Elektromobilität wie Stromerzeugung, Stromtransport, Antrieb und Leichtbau. Insgesamt sind an dem Projekt 34 Fraunhofer-Institute beteiligt.
Mit den Gemeinschaftsständen Energie, Adaptronik, Simulation, dem Stand TASK der Allianz Hochleistungskeramik und dem Gemeinschaftsstand des Fachverbandes für Mikroelektronik (IVAM) werden noch weitere, neueste Entwicklungen auf der Hannover Messe präsentiert.
Startup Day 2010

Am 15. März 2010 findet an der Universität Mannheim der Startup Day 2010 statt. Gründungsinteressierte Studenten und Jungunternehmer sowie Investoren haben während der Veranstaltung die Möglichkeit erste Kontakte zu knüpfen.
Neben den angebotenen Workshops und Vorträgen der teilnehmenden Firmen ist am Abend eine moderierte Podiumsdiskussion geplant. Im Anschluss können die Teilnehmer neben einem kleinen Buffet die Recruiting Lounge und die Network Lounge für weitere Gespräche nutzen.
Der Startup Day 2010 wird von der Hochschulgruppe Mannheim des Bundesverbandes Deutscher Volks- und Betriebswirte e.V. (bdvb) organisiert. Die Einladung richtet sich an gründungsinteressierte Studierende, Jungunternehmer, Investoren und unterstützende Organisationen. Das Programm setzt sich aus Vorträgen und Workshops zusammen, bei denen verschiedene Aspekte der Unternehmensgründung thematisiert werden sollen. Nach einer Podiumsdiskussion bieten schließlich die Recruiting- und die Network-Lounge Kommunikationsplattformen, um wichtige Kontakte zu knüpfen.
Beginn des Startup Days ist um 14.00 Uhr. Für Unternehmer, Recruiter und Investoren kostet die Teilnahme 20 Euro, für Studenten ist die Teilnahme kostenlos. Eine Online-Anmeldung ist erforderlich.
Munich Network: 5. Technologietag am 18.03.2010
Munich Network und Fraunhofer Venture laden Unternehmer, Führungskräfte und Investoren herzlich zum 5. Technologietag am 18. März 2010 unter dem Motto 'Herausforderungen und Perspektiven der Unternehmens- und Innovationsfinanzierung' ein. Start-ups bekommen auf der Suche nach Kapital und Kooperationen im Rahmen der Veranstaltung außerdem die Chance, sich in einem Kurzvortrag zu präsentieren.
Die Veranstaltung zu dem Thema „Herausforderungen und Perspektiven der Unternehmens-und Innovationsfinanzierung“ findet am 18. März 2010 ab 9.00 Uhr im Konferenzzentrum der Hanns-Seidel-Stiftung, Lazarettstr. 33, in München statt. Die Einladung richtet sich an Unternehmer und Führungskräfte aus Industrie- und Dienstleistungsunternehmen, aber auch an Investoren, Finanzintermediäre und Berater aus diesem Umfeld. Thematisiert wird neben der aktuellen Situation der Unternehmens- und Innovationsfinanzierung auch die Lage der Finanz- und Kapitalmärkte.
Herausragende Unternehmenspersönlichkeiten und Kapitalmarktprofis sind als Referenten geladen und lassen die Konferenzteilnehmer nicht nur an ihrem Wissen teilhaben, sondern berichten darüber hinaus auch über persönliche Erfahrungen und Ideen. Die Teilnahmegebühr beträgt 330 Euro.
Zusätzlich bietet der 5. Technologietag von Munich Network Start-ups die Chance, sich und ihr Konzept zu präsentieren. In einem 6-Minuten-Pitch können die Unternehmen so um Kapital und Kooperation werben. Eine vorherige Anmeldung ist dafür notwendig.
bwcon: High-Tech Gründerfonds-Sprechtag - Anmeldeschluss: 12. März 2010
Gründer und Wissenschaftler haben auch diesmal wieder die Chance, ihre Geschäftsidee von Investmentmanagern professionell beurteilen zu lassen und mehr über Finanzierungsmöglichkeiten durch den High-Tech Gründerfonds zu erfahren. Die Sprechstunden finden am 31. März 2010 in der Geschäftsstelle der Wirtschaftsinitiative Baden-Württemberg connected (bwcon), Breitscheidstraße 4, in Stuttgart statt.
Der als Public-Private Partnership geführte High-Tech Gründerfonds bietet Gründern und Wissenschaftler die Möglichkeit, ihr Geschäftsmodell in einem persönlichen Gespräch von Investmentmanagern bewerten und auf die Eignung für eine Finanzierung durch den High-Tech Gründerfonds prüfen zu lassen. Die Sprechstunden finden am 31. März 2010 in der Geschäftsstelle der Wirtschaftsinitiative Baden-Württemberg connected (bwcon), Breitscheidstraße 4, in Stuttgart statt. Sie sind auf die Dauer von einer Stunde angesetzt. Eine Anmeldung mit einer Kurzbeschreibung des Gründungskonzepts ist bis zum 12. März 2010 möglich. Die Teilnahme ist kostenlos.
Der High-Tech Gründerfonds bietet Finanzierungsalternativen für innovative Gründungsprojekte in der Anfangsphase. Neben einem Startkapital können Unternehmensgründungen auch Betreuung und Unterstützung des Managements von Seiten des High-Tech Gründerfonds in Anspruch nehmen. Das Angebot richtet sich an Gründungsprojekte, die nach einer Seedfinanzierung suchen, aber auch an Gründer- und Forscherteams in der Gründungsphase.
Als Mittler zwischen dem High-Tech Gründerfonds und Unternehmensgründungen organisiert bwcon zusammen mit der Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg (MFG) regelmäßig einen Sprechtag. Gründer und Projektteams aus Forschungseinrichtungen stellen den Investmentmanagern des High-Tech Gründerfonds im persönlichen Gespräch ihre Geschäftsidee vor. Aufgabe der Investmentmanager ist es, die vorgestellten Geschäftsmodelle und Gründungsprojekte zu bewerten und eine mögliche Finanzierung durch den High-Tech Gründerfonds zu prüfen.
Möchten Sie ihre Geschäftsidee mit erfahrenen Unternehmern bzw. Managern diskutieren? Dafür bietet der High-Tech Gründerfonds einen weiteren Gesprächstermin mit Mentoren der bwcon: Coaching Group an. Ziel ist es, alternative Finanzierungsmethoden aufzuzeigen und die Möglichkeit eines begleitenden Coachings darzulegen. Auch hierfür müssen sich interessierte Gründer und Wissenschaftler bis zum 12. März 2010 anmelden.
Veranstaltungen
Networkshop vom 19. – 21. Mai 2010 in Herrsching
Bereits zum 8. Mal findet vom 19. - 21. Mai 2010 der Networkshop von Fraunhofer Venture statt. Das Ziel ist es, Menschen mit Gründungsambitionen und -erfahrungen zum Erfahrungsaustausch zusammen zu bringen.
Wechselnde Fachthemen, teambildende Maßnahmen sowie unterhaltsame und informative Beiträge sind Programmpunkte der jährlich stattfindenden Veranstaltung. Der Networkshop findet im Haus der bayerischen Landwirtschaft Herrsching am Ammersee statt. Eine Anmeldung ist bis zum 31. März 2010 möglich.
Fraunhofer Venture gestaltet die Veranstaltung abwechslungsreich mit einer Mischung aus Wissensvermittlung, Erfahrungsaustausch und Outdooraktivität in einer lockeren Atmosphäre. Neben Fachvorträgen, Gruppenarbeiten und teambildende Maßnahmen bleibt noch genügend Zeit für Networking.
Die Veranstaltung beginnt am Mittwoch, 19. Mai 2010 um 13.00 Uhr und endet am Freitag, 21. Mai 2010 um 13.00 Uhr. Die Teilnahmekosten belaufen sich auf 690 Euro pro Person. Im Preis sind Übernachtung und Verpflegung sowie alle Vorträge und Outdooraktivitäten enthalten. Den Teilnehmern wird empfohlen, eine legere Freizeitbekleidung, gutes Schuhwerk und wetterfeste Bekleidung mitzubringen. Der Veranstaltungsort ist behindertenfreundlich eingerichtet.
Weitere Informationen entnehmen Sie bitte dem Flyer.
Deutsches Eigenkapitalforum Frühjahr 2010
Vom 28. - 29. April 2010 findet in Dresden wieder das Deutsche Eigenkapitalforum statt. Die Veranstaltung dient jungen Unternehmen und Start-ups als Kontaktbörse zu Investoren, Beratern und Förderinstituten.
Das Deutsche Eigenkapitalforum lädt zweimal jährlich junge, innovative Unternehmen in der Early Stage- und Wachstumsphase ein, ihre Geschäftstätigkeit und Produkte einem breiten Investorenkreis vorzustellen. Insbesondere sind High-Tech- Unternehmen und Start-ups angesprochen, die Kapital zur Finanzierung ihrer Forschung und Entwicklung benötigen oder eine weitere Finanzierungsrunde für ihre Expansionsstrategie planen. Für die Teilnehmer bietet sich die Gelegenheit Kontakte mit Investoren, Beratern und Förderinstituten zu knüpfen.
Bereits seit 1996 organisiert die Deutsche Börse und die KfW Mittelstandsbank zweimal jährlich das Deutsche Eigenkapitalforums, Europas etablierte und erfolgreichste Veranstaltung im Bereich Eigenkapitalfinanzierung.
Die Anmeldung für teilnehmende Unternehmen, für Investoren, Berater und Besucher ist ab Februar 2010 online möglich.






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