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Hürden meistern?! Eine Geschäftsführerin berichtet

Katrin Petersen, Geschäftsführerin der Prolupin GmbH, ein Spin-off des Fraunhofer-Instituts für Verfahrenstechnik und Verpackung IVV in Freising, berichtet aus der Sicht einer Geschäftsführerin.

Das Geschäftsfeld des Unternehmens konzentriert sich auf die Herstellung und die Vermarktung von rein pflanzlichen, laktosefreien Milchersatzprodukten aus Blauen Süßlupinen. Forscher des Fraunhofer IVV und der Prolupin GmbH entwickelten eine Verarbeitungstechnologien, mit der das Aromaprofil der Lupinenproteine so angepasst werden kann, dass ein milchähnlicher Geschmack erreicht wird. Dadurch können wohlschmeckende Lebensmittel aus Lupinenproteinen hergestellt werden, die auch Menschen mit einer Laktoseunverträglichkeit oder einer Milchallergie den Genusswert von Milchprodukten bieten können. Mögliche Produktfelder sind neben Speiseeis, Lupinenmilch und Pudding auch Joghurt und Quark.

Frau Petersen, Sie sind Geschäftsführerin der Prolupin GmbH. Wie hat sich dies ergeben?

Das Unternehmen wurde 2009 gegründet. Bedingt durch die Gewinnung von Venture Capital war die Prolupin GmbH in der Lage, eine Geschäftsführung zu etablieren. Persönlich bin ich seit 2005 im Rahmen des Forschungsverbundes „PlantsProFood“ mit dem Thema des Anbaus und der Verwertung von Lupinen vertraut. Dies führte zu dem Angebot, die Realisierung und Umsetzung der Prolupin GmbH in der Position als Geschäftsführerin zu begleiten. Diese Aufgabe habe ich mit Freude angenommen.

Erläutern Sie bitte kurz die Innovation der Prolupin GmbH. Wodurch unterscheiden Sie sich von anderen Herstellern?

Das Thema birgt ein großes Potenzial und ich bin überzeugt, dass hochwertige pflanzliche Produkt in Bezug auf Gesundheit sowie Umwelt- und Klimaschutz zunehmend an Bedeutung gewinnen. Unser LUPINIESSE-Eis zeigt eindrucksvoll die Vorteile. Das Eis enthält statt der Milchbestandteile das hochwertige Protein der einheimischen Blauen Süßlupine. LUPINESSE-Eis überzeugt mit einer besonderen Cremigkeit im Geschmack und ist frei von Milcheiweiß, Laktose, Gluten und Cholesterin.

Inwieweit stehen Sie weiterhin mit Fraunhofer Venture in Kontakt? Wie sah konkret die Unterstützung von Fraunhofer Venture aus?

Fraunhofer Venture unterstützt die Prolupin GmbH aktiv und effizient mit ihrem Know-How. Das Spektrum reicht von einfachen Fragestellungen der Vertragsgestaltung bis hin zu komplexen betriebs- und marktwirtschaftlichen Betrachtungen.

Was gefällt Ihnen aus Sicht der Geschäftsführerin am besten?

Herausfordernd ist die Vielzahl von Tätigkeiten und Aufgabenfelder. Die Prolupin GmbH deckt die vollständige Prozesskette ab: vom Vertragsanbau, über die Aufarbeitung der Saat, die Gewinnung der wertgebenden Proteine bis hin zum Vertrieb der Produkte. Ich bringe die Bereitschaft mit, mich schnell in neue Themenfelder einzuarbeiten und möchte Prozesse aktiv mitgestalten. Das macht die Arbeit als Geschäftsführerin für mich besonders reizvoll.

Was war die wichtigste Aufgabe seit Bestehen der ProLupin GmbH?

Die Firma Prolupin und auch die Marke LUPINESSE sind dem Verbraucher weitestgehend unbekannt. Dank der engen Kooperation mit Fraunhofer und der intensiven Zusammenarbeit mit der EDEKA, konnten wir bereits im ersten Geschäftsjahr vieles umsetzen. Es ist motivierend, dass uns der Markteintritt 2011 so erfolgreich gelungen ist und wir bereits im ersten Geschäftsjahr unseren wirtschaftlichen Zielen sehr nahe gekommen sind.

Was waren für Sie persönlich die größten Herausforderungen, seitdem Sie bei der Prolupin GmbH arbeiten?

Die große Herausforderung war, die zeitlich eng aufeinander folgenden Prozesse zu koordinieren. Wir haben 2011 eine beeindruckende Entwicklung vorgelegt, wenn man berücksichtigt, dass wir erst im Januar unsere Produktionsanlagen am Standort Neubrandenburg in Betrieb genommen haben. Wichtige Entscheidungen standen deshalb auch beim Aufbau eines zukunftstauglichen Mitarbeiterteams an. Wir haben die großen Herausforderungen gemeistert, weil wir mit technischen Know-How und dem notwendigen Selbstvertrauen an die Umsetzung gegangen sind.

Bejahen oder verneinen Sie die Aussage, dass sich jeder mit einer guten Idee selbstständig machen kann, oder was sind Ihrer Meinung nach die Grundvoraussetzungen, die Gründungswillige mitbringen sollten?

Der wichtigste Punkt ist der Ehrgeiz und das Know-how der Gründer und Geschäftsführer sowie ein beständiger Enthusiasmus, an die Idee zu glauben.

Was sind die Unternehmensziele der Prolupin GmbH für die nächsten Jahre?

Im kommenden Jahr werden wir im größeren Maßstab Lupinenproteine herstellen. Der Bedarf an rein pflanzlichen Lebensmitteln ist vorhanden und der Kreis an bewusst lebenden Menschen sehr groß. Unser Ziel ist es, mit größerer Produktvielfalt den deutschen und europäischen Markt weiter zu erschließen.

Rückblickend: Sind Sie froh, diesen Schritt gegangen zu sein?

Ich wäre bereit, diesen Schritt erneut zu tun.

Frau Petersen, vielen Dank für das Interview.

 

Spin-off im Profil

Greasoline GmbH

Greasoline


Seit dem missglückten Versuch, E10-Benzin auf dem Markt zu etablieren, ist das Thema „Bio im Tank“ omnipräsent. Wissenschaftler forschen seit Jahren an der Gewinnung von Kraftstoff ohne den Einsatz fossiler Brennstoffe. Nun ist es Forschern des Fraunhofer UMSICHT gelungen, ein Verfahren zu entwickeln, das die Herstellung hochwertiger Biokraftstoffe aus Altfetten und Öl-Rückständen erlaubt. Die großen Vorteile dieses Prozesses: Die verwendeten Grundstoffe stehen in keinerlei Konkurrenz zur Nahrungsmittelversorgung und sind in großen Mengen und kurzfristig verfügbar – und das bei reduzierter CO2-Emission. Im August 2011 gründeten die Wissenschaftler mit Unterstützung von Fraunhofer Venture die Greasoline GmbH zur Vermarktung dieser patentierten Technologie.

Mit dieser Technologie können nun hochqualitative Kraftstoffe aus biobasierten Ölen oder Fetten jeglicher Qualität hergestellt werden, ohne dabei Wasserstoff oder herkömmliche Katalysatoren zu gebrauchen. Das sogenannte Waste-to-fuels Verfahren von Greasoline erlaubt demnach den Einsatz zahlreicher alternativer Ersatzstoffe, die unlimitiert in der Natur vorkommen, wie beispielsweise Algen. Außerdem können Reststoffe verwertet werden, deren Anbau nicht in Konkurrenz zum Nahrungsmittelanbau steht. Der chemische Prozess läuft folgendermaßen ab: Die verwendeten Grundstoffe werden bei einer Temperatur von über 400°C mithilfe von Aktivkohle in Kohlenwasserstoffe umgewandelt, deren Zusammensetzung den chemischen Verbindungen von herkömmlichen Kraftstoffen wie Benzin, Diesel oder Flüssiggas entspricht – ein Umrüsten der Motoren ist somit nicht mehr nötig.

Dass diese innovative Technologie überzeugt, zeigt auch der Erfolg des Teams bei der Climate-KIC Venture Competition, welche aussichtsreiche Konzepte im Bereich Klima, Energie und Nachhaltigkeit auszeichnet. Dort siegte das Erfolg versprechende Start-up im September 2011 in der deutschen Vorausscheidung und belegte europaweit den 4. Platz. In den kommenden Jahren plant das Team von Greasoline die Weiterentwicklung seiner Technologie und die Erschließung des europäischen sowie des internationalen Marktes. Fraunhofer Venture wird das Start-up dabei weiterhin unterstützen.

 

Aktuelles

Deutscher Zukunftspreis: zwei Fraunhofer Start-Ups nominiert

Bundespräsident Christian Wulff hat am 27. August 2011 auf der IdeenExpo in Hannover die drei für die Endrunde des Deutschen Zukunftspreis 2011 nominierten Teams bekanntgegeben. Bei den präsentierten Projekten geht es um Zukunftsthemen wie Mobilität, Energiegewinnung, Umwelt- und Ressourcenschonung. Unter den Nominierten sind auch zwei Fraunhofer Start-ups.

Für den Deutschen Zukunftspreis 2011, den Preis des Bundespräsidenten für Technik und Innovation, wurden nominiert: 

- Novaled AG, ein Spin-off der TU Dresden und des Fraunhofer IPMS, mit Ihrem Projekt: "Organische Elektronik - mehr Licht und Energie aus hauchdünnen Molekülschichten" 
- Soitec Solar GmbH, eine Ausgründung aus dem Fraunhofer ISE, mit Ihrem Projekt: "Geballtes Sonnenlicht - effizient genutzt"   
- Daimler AG, mit Ihrem Projekt:  "6D-Vision - Gefahren schneller erkennen als der Mensch".

Die Entscheidung der Jury fällt am 14. Dezember. Bundespräsident Wulff übergibt dem Siegerteam den Deutschen Zukunftspreis 2011 in der anschließenden festlichen Preisverleihung.

Wachstum mit neuen Ideen – bwcon sucht innovative Konzepte

Um innovative Ideen auf ein solides Fundament zu stellen, darf der Businessplan als zentrales Kommunikations- und Management- Instrument nicht fehlen. Der bwcon: Hightech Award CyberOne konnte sich zum zentralen Businessplan-Wettbewerb der Hightech-Branchen im Land entwickeln. Über 650 innovative Geschäftskonzepte wurden seit der Gründung durch die fachkundige CyberOne-Jury geprüft. Gesucht werden auch in dieser Ausschreibung wieder Start-ups und mittelständische Wachstumsunternehmen aus allen Technologiebranchen in Baden-Württemberg, die mit innovativen Konzepten und Strategien neue Standards setzen und die Märkte revolutionieren. Der CyberOne ist ein Trendmesser, der die Plattform für Wissensaustausch und wertvolle Kontakte schafft.

Seit dem 10. Oktober können Sie sich unverbindlich anmelden und sich ein erstes Bild vom Online-Wettbewerbstool machen. Beginnen Sie am besten schon heute mit dem Upload Ihres Businessplans. Sie haben die Möglichkeit Ihr Passwort selbst zu bestimmen und zukünftig über das Login auf der rechten Seite Ihren Beitrag zu bearbeiten und bis zum 9. Januar 2012 schrittweise zu optimieren.

Start des Münchener Businessplan Wettbewerbs 2012

Auf dem nicht immer einfachen Weg von der Idee bis zur Finanzierung bietet evobis innovativen Start-ups umfassende „Navigationshilfe“. Der erste Schritt ist ein guter Businessplan. Die Teilnehmer am Münchener Businessplan Wettbewerb haben deshalb 2012 wieder die Möglichkeit, mit dem Feedback von erfolgreichen Unternehmern und Investoren zu testen: Wie gut ist meine Startposition? Im Laufe des dreistufigen Wettbewerbs können die Teilnehmer dann ihren optimalen Businessplan mit intensiver Hilfestellung entwickeln – und dabei Geldpreise von insgesamt über 50.000 Euro gewinnen!

Der Abgabeschluss für die Stufe 1 ist der 31. Januar 2012, davor werden kostenlose Workshops zur Businessplan-Erstellung angeboten. Auch die aktuellen evobis Angebote aus Coaching und Finanzierung starten im Herbst. Individuelles Coaching, das Ausbildungsprogramm und zielgerichtete Events helfen Start-ups, ihre Erfolgschancen bei Investoren und auf dem Markt deutlich zu erhöhen.

Deutsches Eigenkapitalforum vom 21. bis 23. November 2011 in Frankfurt am Main

Vom 21. bis 23. November findet in Frankfurt am Main das 16. Eigenkapitalforum statt. Seit 1996 organisieren die Deutsche Börse und die KfW Bankengruppe das Deutsche Eigenkapitalforum. Mit über 5.000 Teilnehmern aus der Finanzindustrie, der deutschen und internationalen Unternehmerschaft sowie Investoren und Analysten ist die 3-tägige Veranstaltung inzwischen Europas größte Plattform rund um die Eigenkapitalfinanzierung.

Kern des Forums bilden wieder die Ausstellung und die Präsentationen Eigenkapital suchender Unternehmen und Finanzintermediäre. Sie stellen ihre Geschäftstätigkeit und Produkte vor und geben einen Ausblick über die zu erwartende Geschäftsentwicklung. Unternehmen haben die Gelegenheit, mit Messeständen für ein Investment und weiterführende Kontakte zu werben und in Präsentationen ihr Unternehmen einem breiten Investorenkreis vorzustellen.

Die Veranstaltung richtet sich insbesondere an nicht notierte wachstumsstarke Unternehmen, börsennotierte Unternehmen aus dem Prime Standard, Investoren/Analysten/Venture Capitalists/Private Equity Investoren sowie Finanzdienstleister.

 

Seminare und Workshops

Creative Financing Day am 29. November in Stuttgart

Der Weg zu passgenauen Finanzierungsquellen ist für Grüner und Unternehmer aus der Kreativwirtschaft oftmals lang und beschwerlich: Eigenkapitalschwäche und fehlende Sicherheiten, ein spezifischer Kapitalbedarf sowie schwer beurteilbare Geschäftsmodelle führen dazu, dass kreative Konzepte von traditionellen Kapitalgebern häufig als unsicher und risikobehaftet eingestuft werden.

Beim bwcon: Creative Financing Day stehen aus diesem Grund unkonventionelle Finanzierungslösungen für die Kreativwirtschaft im Mittelpunkt: Welche Möglichkeiten bieten Mikrokredite, Crowdfunding-Plattformen & Co.?

Während am Vormittag Vorträge unterschiedliche Finanzierungsmöglichkeiten beleuchten, sind die Teilnehmer am Nachmittag dazu eingeladen, Themen und Ablauf der jeweils 60-minütigen Sessions aktiv mitzugestalten.

WakeUp! Netzwerken beim Frühstücken am 15. Dezember in München

WakeUp! ist eine Netzwerk-Veranstaltung im Munich Network. Jedes WakeUp! steht unter einem besonderen Thema. Dazu referiert ein Themen-Experte ca. 20 Minuten und teilt seine persönlichen Erfahrungen mit den Teilnehmern. Alle Teilnehmer stellen sich persönlich vor und haben zudem Gelegenheit, auch ihre eigenen Erfahrungen, Ideen und Perspektiven auf das Tagesthema mit den anderen Teilnehmern auszutauschen. 
  
Sind Sie auf der Suche nach Kapital oder Kooperationen? Dann können Sie Ihr Unternehmen beim WakeUp! präsentieren. In jedem WakeUp! haben 3 Unternehmen Gelegenheit, ihr Unternehmen und Anliegen in einem 3-Minuten-Pitch mit maximal 3 Folien zu präsentieren.

Der Preis für Nicht-Mitglieder beträgt 30,00 € inkl. 7,00 % MwSt. Munich Network-Mitglieder zahlen 25,00 € inkl. 7,00 % MwSt.