Fraunhofer-Beteiligung

Fraunhofer Venture

AgroProtect GmbH

Das Unternehmen

AgroProtect GmbH 

Die AgroProtect GmbH, die im Herbst 2010 aus dem Fraunhofer-Institut für Molekularbiologie und Angewandte Ökologie IME in Aachen ausgegründet wurde, verfügt über eine neue Plattformtechnologie, die Nutzpflanzen unempfindlich gegen Pilze und Bakterien macht. Das verwendete Prinzip erlaubt es, die Wirksamkeit zelleigener Abwehrstoffe in der Pflanze um mindestens das Tausendfache zu steigern. Der Gründer des Unternehmens, Dr. Dieter Peschen, hat die grundlegende Technologie am Fraunhofer-Institut für Molekularbiologie und Angewandte Ökologie IME in Aachen maßgeblich entwickelt. Dr. Peschen konnte bereits im Jahre 2004 das Funktionsprinzip der Technologieplattform am Beispiel einer Modellpflanze zeigen (Peschen et al. 2004). Seitdem hat er die Technologie in seiner Arbeitsgruppe auf ein industriell einsetzbares Niveau weiterentwickelt. Das Projekt und die Vorbereitung der Unternehmensgründung werden bereits seit 2008 vom BMBF im Rahmen des GO-Bio Programms in einer ersten Phase mit 2,0 Millionen Euro finanziert.

Technologie

Der weltweite Bedarf an Nahrungsmitteln wird sich bis 2030 verdoppeln. Grund dafür sind in erster Linie die expandierende Weltbevölkerung und ein verstärkter Konsum an höherwertigen Lebensmitteln. Zudem wächst die Nachfrage nach Energiepflanzen, während gleichzeitig weltweit die Agrarflächen durch Urbanisierung reduziert werden. Daher ist eine Steigerung des Ertrags das vorrangige Ziel der Agrarwirtschaft, um den steigenden Bedarf zu decken. Dies kann zum einen durch die Entwicklung und Applikation neuer Spitzmittel und Kunstdünger erreicht werden. Da aber immer mehr der Ruf nach einer nachhaltigen, ökologischen und vor allem ökonomischen Landwirtschaft laut wird, kann dies nicht der Weg der Zukunft sein. Die Grüne Gentechnik hingegen bietet Möglichkeiten, optimierte Nutzpflanzen zeitnah und ressourcensparend zu generieren und zu produzieren.

Gentechnisch veränderte Nutzpflanzen können beispielsweise an ungünstige klimatische Bedingungen, wie Trockenheit oder Salzstress, angepasst werden und zudem mit Resistenzen gegen Schaderreger ausgestattet werden. Dadurch können neue Regionen landwirtschaftlich erschlossen und höhere Erträge erzielt werden. Außerdem kann der Einsatz von Spitz- und Düngemittel reduziert werden, was die Produktionskosten deutlich senken wird. Die durch die Methode der AgroProtect GmbH generierten Bakterien und Pilzresistenten Pflanzen haben zudem den Vorteil, dass sie nicht mit Mykotoxinen kontaminiert sind und somit zur Gesunderhaltung vor Tier und Mensch beitragen.

Schaderreger in der Landwirtschaft, insbesondere Pilze und Bakterien, verursachen weltweit jährlich geschätzte Verluste in Höhe von einigen 100 Mrd. USD. Die AgroProtect GmbH, die im Herbst 2010 aus dem Fraunhofer Institut für Molekularbiologie und Angewandte Ökologie (IME) in Aachen ausgegründet wird, vermarktet eine neue Plattformtechnologie, die Nutzpflanzen unempfindlich gegen Pilze und Bakterien macht.

Die patentgeschützten Resistenzmerkmale von AgroProtect erlauben es, die Wirksamkeit zelleigener Abwehrstoffe in der Pflanze um mindestens das Tausendfache zu steigern, wodurch sie nur noch in sehr geringen Mengen von den Pflanzen hergestellt werden müssen. Die dadurch eingesparten Ressourcen kann die Pflanze in Wachstum und Ertrag investieren. Der "proof of concept" konnte bereits in der Modellpflanze A. thaliana gezeigt werden und wird zurzeit anhand einer Nutzpflanze, der Kartoffel, verifiziert.