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Fraunhofer Venture
Freiburger Stadtkurier: Juni 2009
Zu Recht wird Freiburg, die Stadt mit den vielen Sonnenstunden, inzwischen auch als Solarstadt bezeichnet: Ein gewichtiger Grund ist das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE, an dem seit Anfang der 90er Jahre wichtige Forschungsarbeit geleistet wird. Rund um das Institut haben sich viele Solar-Firmen angesiedelt, einige davon sind sogar echte „Töchter“: Man nennt sie Spin-offs, weil sie Erfindungen des Fraunhofer ISE nutzen. Gerade am Anfang werden sie dabei von der Fraunhofer-Gesellschaft durch eine Abteilung namens Fraunhofer Venture unterstützt – dort werden die Gründer beraten und auf ihrem Weg begleitet.
Denn auf dem Solar-Markt hat sich seit den Kindertagen einiges getan, die Entwicklung ist längst weiter als einzelne Solarzellen auf Nachbars Dach. Eine der Firmen, die aus dem Fraunhofer ISE hervorgegangen ist, heißt Concentrix Solar, deren Entwicklung und Produktion ihren Sitz in der Bötzinger Straße hat. Dort werden sogenannte Solar-Kraftwerke für Standorte in Südeuropa, USA oder Afrika geplant: Überall auf der Erde, wo immer viel Sonne zur Verfügung steht, werden in riesigen Anlagen spezielle Konzentrator-Module montiert, die die Sonnenstrahlen konzentrieren und so fast doppelt so viel Energie wie herkömmliche Solarzellen produzieren. Die Module werden stets optimal der Sonne nachgeführt; erste Anlagen stehen bereits in Spanien und Italien. In naher Zukunft kann der Energiebedarf ganzer Städte gedeckt werden; und der Strom kostet nicht mehr als der aus herkömmlichen Kraftwerken. Und in Freiburg entstehen Arbeitsplätze, die Firma sucht neue Mitarbeiter.
Auch die Firma Mirroxx (Emmy-Noether-Straße) spezialisiert sich auf einen Teilaspekt des Solar-Markts: Man arbeitet für Industriebetriebe, die für die Produktion Wärme benötigen, etwa bei der Bearbeitung von Lebensmitteln. In sonnenreichen Gegenden dieser Erde kann diese Wärme, bis zu 200 Grad Celsius, auch über Solaranlagen, z.B. auf dem Dach der Produktionshalle erzeugt werden. Damit können enorme Energiekosten gespart werden und den ökologischen Nutzen gibt es quasi gratis; ein gigantischer Markt für Mirroxx, der nun über Vertriebskooperationen in den Zielländern und den Bau von Demonstrationsanlagen schrittweise erobert wird.

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