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Fraunhofer Venture
Vom Forschungsergebnis zum Unternehmenserfolg: Fraunhofer Venture betreibt seit zehn Jahren erfolgreiche Gründungsarbeit
Wirtschaftskurier: Mai 2009
Im vergangenen Monat feierte die Fraunhofer-Gesellschaft ihr 60-jähriges Bestehen mit einem Festakt in München. Die Institute entwickeln Technologien zum Nutzen der Gemeinschaft, sie sind heute ein anerkannter Partner und wichtiger Impulsgeber für die Industrie. In diesen Tagen feiert auch eine Tochter der Fraunhofer-Gesellschaft Jubiläum: Vor zehn Jahren wurde Fraunhofer Venture gegründet, mit dem Auftrag, Unternehmensgründungen aus der Fraunhofer-Gesellschaft heraus zu ermöglichen und zu begleiten.
„Damals wurde klar, dass Wissenschaftler Unterstützung brauchen, ideell, personell und finanziell, um aus einer Idee ein Unternehmen werden zu lassen“ so Thomas Doppelberger, der Leiter von Fraunhofer Venture. Forscher, die an einem Institut der Fraunhofer-Gesellschaft arbeiten, sollten die Möglichkeit bekommen, ihre Entwicklungen am Markt zu platzieren. Indem das Wissen in eine eigenständige Firma ausgegründet wird, ein sogenanntes Spin-Off, kommt das Know-How der Wissenschaftler mit der Erfahrung der Fraunhofer Venture-Mitarbeiter zusammen. So wird aus einer Erfindung im Idealfall ein dauerhaft tragfähiges Unternehmen.
Fraunhofer Know-How plus Venture-Wissen ergibt erfolgreiche Firmengründungen
Schnell wurde aus der neuen Abteilung ein wichtiger Partner für viele Unternehmensgründungen, über 150 Firmen wurden in ihrer Entstehungsphase begleitet, an über 70 ist Fraunhofer Venture bis heute beteiligt. Die Firmen arbeiten in vielen unterschiedlichen, technischen Bereichen: Life Science, Energie und Umwelt, Fertigung und Verfahren, Information und Kommunikation, Mikroelektronik, Transport und Logistik sowie Werkstoff und Photonik.
An Anfang steht dabei immer die eine Frage, die alle kommenden Herausforderungen zusammenfasst: Trägt die Idee? „Die Idee ist die Grundlage. Wenn sie Bestand hat, dann geht die Arbeit erst richtig los“, so Thomas Doppelberger. Dann wird anhand eines Routenplans gearbeitet, der sich an den Begriffen Technologietransfer, Gründung und Finanzierung orientiert. In der Phase Technologietransfer wird die Markttauglichkeit geprüft, ob die Technologie reif dafür ist, in den Markt zu gehen. Zudem werden mit dem sogenannten Technologiematching vorhandene Lizenzen begutachtet und Alleinstellungsmerkmale herausgearbeitet. Als nächster Schritt wird der eigentliche Gründungsprozess eingeleitet. Die Geschäftsidee wird erneut analysiert und ein Businessplan erstellt.
Anschließend geht es um die tatsächliche Finanzierung. „Jetzt erst arbeiten wir heraus, ob sich die Fraunhofer-Gesellschaft an der Unternehmens-Vision beteiligen wird und welche zusätzlichen Finanzierungsstrategien in Frage kommen“, so Thomas Doppelberger. Naheliegend, dass die Finanzierungsfrage einen wichtigen Stellenwert einnimmt, daher ist dieser Abschnitt in der Entstehung des neuen Unternehmens oft sehr zeit- und arbeitsintensiv; unter anderem werden potenzielle Partner, wie etwa Risiko-Kapitalgeber, angesprochen. Eine Beobachtung macht Thomas Doppelberger immer wieder, dass nicht nur der Businessplan zählt, sondern auch der Auftritt des Gründerteams entscheidend für eine Finanzierungszusage ist. Nach erfolgreichem Finanzierungsabschluss kann dann das Abenteuer Selbstständigkeit beginnen. Und Fraunhofer Venture hat wieder eine Unternehmensgründung begleitet.
Auch nach der Gründung bleibt der Kontakt eng und partnerschaftlich. Das war auch bei der Gründung der Bio-Gate AG so. Das Medizintechnik-Unternehmen mit Sitz in Nürnberg ist darauf spezialisiert, Materialien und Oberflächen in allen Bereichen des Alltags durch Silber mit einem lang anhaltenden, medizinisch wirksamen Schutz gegen Bakterien, Pilze und andere Krankheitserreger auszustatten. Bis heute ist die Fraunhofer-Gesellschaft an der Bio-Gate beteiligt.
Keine Sorge vor der Krise
Die Finanzkrise sieht Thomas Doppelberger als Herausforderung für die Unternehmen, die aber die bisherige Strategie von Fraunhofer Venture nicht in Frage stellt: „Unsere Aufgabe bleibt die gleiche: wissenschaftliche Neuerungen, die das Leben der Menschen verbessern, in ein Unternehmenskonzept einzubringen, ist auch in Krisenzeiten ein tragfähiges Konzept.“ Die Umsätze der Spin-Offs steigen von Jahr zu Jahr, und das ist auch für die Forschung gut: Über Beteiligungen oder Lizenzgebühren (wenn das Spin-Off die Lizenz zur Auswertung einer Fraunhofer-Erfindung hat) fließen Gelder wieder zurück an die Fraunhofer-Gesellschaft. Die mit den Geldern neue Forschungsarbeit ermöglichen kann. Nicht zu vergessen die geschaffenen Arbeitsplätze und die Innovationsleistungen der neuen Firmen.

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