advanced clean production Information Technology AG
Fraunhofer Venture
Interview mit dem Vorstand Frank Frauenhoffer der acp-IT AG

Was war für Sie persönlich der entscheidende Anlass, eine Firma zu gründen?
Die wesentlichen Beweggründe vom gesicherten Angestelltenverhältnis in die selbständige Tätigkeit überzuwechseln waren vor allem die Möglichkeit, ohne Einschränkungen und frei auf die Entwicklung eines Unternehmens einwirken zu können. Durch die persönliche Übernahme der kompletten Verantwortung lassen sich Projekte entscheidend und unmittelbarer voranbringen. Man kann als eigener Chef an der kompletten Wertschöpfungskette teilhaben - von der Entwicklung über das Marketing bis hin zum Vertrieb des Produktes. Das Aufgabenfeld der acp-IT AG umfasst außerdem ein sehr interessantes technisches Aufgabenfeld, deren Problemlösungen man als Unternehmer viel interessanter und komplexer gestalten kann als dies in einer Anstellung möglich wäre.
Welches besondere Schlüsselerlebnis hat Sie zu Beginn besonders motiviert?
Das erste erfolgreiche Kundenprojekt bei IBM. Wir realisierten zur vollen Zufriedenheit des Auftraggebers ein kompliziertes Softwaresystem zur Steuerung einer automatisierten Festplattenproduktion.
Was ist ihrer Meinung nach die wichtigste Charaktereigenschaft, um eine Gründung erfolgreich umsetzen zu können?
Die wichtigsten Wesenszüge eines selbständigen Unternehmers sind meiner Ansicht nach Kreativität, Entscheidungsfreudigkeit und vor allem Durchhaltevermögen, um den beschrittenen Weg zu vollenden.
Welche Schritte haben Sie bereits vor der Ausgründung unternommen?
Der wichtigste Schritt besteht zunächst einmal darin, seine Ziele und Wegmarken in einem Businessplan strukturiert zusammenzufassen, die Märkte und Mitbewerber zu erfassen und bereits im Vorfeld mit potentiellen Kunden ausgiebige Gespräche über deren Wünsche und Problemstellungen zu führen. Danach kann man sich dann um die Akquirierung eines passenden Mitarbeiterstabes kümmern.
Welche Hilfestellungen haben Sie bei Erstellung des Businessplans in Anspruch genommen?
Im Vorfeld der Ausgründungsplanungen habe ich mit vielen Experten aus den unterschiedlichsten Bereichen gesprochen und habe dabei von Firmenchefs, Steuerberatern, Rechtsanwälten, Kollegen und Freunden nützliche Tipps und Ratschläge erhalten, was es bei der eigenständigen Unternehmung zu beachten gilt. Die Experten der Fraunhofer Venture haben uns zudem tatkräftig bei der Ausarbeitung des Businessplanes und der Unternehmensgründung geholfen.
Wie ist Ihr Unternehmen heute aufgestellt und welche Schritte sind in naher Zukunft geplant?
Die acp-IT AG ist mittlerweile ein etabliertes Unternehmen in den anvisierten Zielbranchen und hat sich bei seinen Kunden einen sehr guten Ruf erarbeitet. Wir sind nicht nur in Stuttgart vertreten, sondern unterhalten auch ein Entwicklungsbüro in Timisoara/Rumänien. In Dresden ist Anfang 2007 eine weitere Niederlassung geplant. Derzeit sind ca. 35 Mitarbeiter in Stuttgart sowie 6 weitere in Timisoara beschäftigt. Zukünftig soll das Produkt- und Dienstleistungsspektrum weiter ausgebaut werden. Ein wichtiger Bereich ist der weitere Ausbau des seit Ende letzten Jahres neu hinzugekommenen Geschäftsfelds "Logistik und Digitale Fabrik IT".
Wie kam der Kontakt Fraunhofer Venture zustande und wo konnte das Team Sie als erstes unterstützen?
Nachdem wir uns mit der Idee einer Ausgründung getragen hatten, empfahl uns das Fraunhofer IPA im Jahr 2000 die Fraunhofer Venture mit unseren Vorstellungen zu kontaktieren. Die Mitarbeiter der VC-Abteilung der Fraunhofer-Gesellschaft haben uns dann im ersten Schritt bei der Optimierung und Strukturierung des Businessplanes unterstützt und diesen anschließend an entsprechende Finanzierungsgesellschaften weitergeleitet, damit das Startkapital für die Unternehmung sichergestellt werden konnte. Darüber hinaus hat uns Fraunhofer Venture auch im Bereich Kontaktvermittlung geholfen.
Wie ging Ihr Unternehmen mit der Durststrecke nach dem Platzen der Internetblase 2001 um? Was würden Sie aus heutiger Sicht besser machen?
Die acp-IT wurde 2001mit der ursprünglichen Vision gegründet ein neues Produkt im Bereich der Produktionsplanung und -steuerung auf den Markt zu bringen. Nach dem Platzen der Internetblase konnten keine VC-Geber mehr gefunden werden. Die ursprünglich angedachte Finanzierung konnte deshalb nicht bereitgestellt werden. Wir haben uns daher stärker auf den Bereich der hochspezialisierten IT-Dienstleistung konzentriert und "klein angefangen".
Wie gewinnen Sie neue Kunden? Welche Vertriebs- und Marketingmaßnahmen sind Ihrer Meinung geeignet für junge Technologieunternehmen?
Die Akquise erfolgt hauptsächlich über das Kontakt-Netzwerk und die direkte Ansprache der Kunden sowie über Empfehlungen bereits bestehender Kunden. Als geeignete Vertriebs- und Marketingmaßnahmen kristallisierte sich bei uns der Direktvertrieb mit hochqualifizierten Personen vor allem bei komplexen Produkten heraus sowie die Nutzung und Ausweitung des bestehenden Kontakt- und Kundennetzwerks früherer Verbindungen. Ein weiteres sinnvolles Marketinginstrument besteht in der Teilnahme an Kongressen. Wissenschaftliche Veröffentlichungen in Fachpublikationen tragen außerdem entscheidend zu unserer Öffentlichkeitsarbeit bei. Simples Massenmarketing und ein "marktschreierischer Auftritt" würden sich dagegen eher weniger für unsere Zwecke eignen.
Haben Sie sich von Beginn an voll auf die Firma konzentriert oder waren Sie noch anderswo beschäftigt? Gab es Probleme in der Übergangszeit?
Ich habe mich von Beginn an voll auf die Firma konzentriert. Während der Übergangszeit gab es eigentlich keine Probleme bis auf die Akquise einer ausreichenden Anzahl von Aufträgen.

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