Bio-Gate AG

Fraunhofer Venture

Mit Mikrostrukturen aus dem Frankenland die Welt erobern

Bio-Gate

Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Getreu diesem Grundsatz gründete eine kleine Gruppe von Forschern in Erlangen im Jahr 2000 ein eigenes Unternehmen, um mit der fachlichen Unterstützung der Fraunhofer Venture ihre Entwicklung selbst zu vermarkten. Die Risikobereitschaft und die stringente Weiterverfolgung ihrer innovativen Ideen, zeichnete sich schließlich aus, denn bereits nach einer Konsolidierungsphase von nur sechs Jahren gipfelte die Erfolgsgeschichte dieses Unternehmens mit dem viel versprechenden Börsengang der Bio-Gate AG am 5. April 2006. Das Unternehmen mit Sitz in Nürnberg und Bremen, ist ein Spin-off, das aus der Universität Erlangen und dem Fraunhofer Institut für Fertigungstechnik und angewandte Materialforschung IFAM in Bremen hervorgegangen ist. Das Nanotechnologie-Unternehmen ist darauf spezialisiert, Materialien und Oberflächen mit Nanosilberpartikeln antibakterielle Eigenschaften zu verleihen.

"Ohne die fachliche Koordination und die Vermittlung von Fördermitteln durch die Spezialisten der Fraunhofer Venture wäre die Entwicklung dieses Unternehmens sicherlich anders verlaufen", erläutert Bio-Gate-Aufsichtsratmitglied Tobias Schwind einen der wesentlichen Gründe der rasanten Firmenentwicklung. Die Ausgründung entstand durch eine gemeinsame Projektarbeit zwischen Wissenschaftlern am Fraunhofer-Institut in Bremen, der Universität Erlangen und Industriepartnern. Sie wurde vom Bundesforschungsministerium, dem Freistaat Bayern und der Fraunhofer-Gesellschaft unterstützt, die am Unternehmen beteiligt sind. Im Geschäftsjahr 2005 wurde bereits bei einem positiven Jahresüberschuss ein Umsatz von 3 Mio. Euro erzielt.Die Bio-Gate AG beschränkt sich jedoch nicht nur auf ihre bisherigen Eigenentwicklungen, sondern erweiterte bereits nach dem Börsengang ihr Portfolio mit zwei neuen Patenten und vergrößert dadurch ihr Markt- und Absatzpotential. Harald Kraus, Finanzvorstand der Bio-Gate AG: "Mit den beiden neuen Patenten stärken wir die Vermarktung des von uns entwickelten nanoskaligen Silbers. Bio-Gate kann nun in weitere Märkte vordringen, in denen das Unternehmen auch die Patente hält." Im Bereich Silikon-Technologie sind neue Anwendungen in der Medizin, der Lebensmitteltechnik oder bei Farben und Lacken möglich. Im Personal Care-Bereich geht es vor allem um die antimikrobielle Ausstattung von Kosmetik- und Hygieneprodukten. "Wir haben bereits erste Anfragen für diese Anwendungen", so Kraus. Bio-Gate will bereits 2007 erste Anwendungen auf Basis der neuen Patente auf den Markt bringen."Neben Produkten und Lösungen zur Verhinderung und Reduktion von Infektionen gibt es allerdings weitere international angefragte Anwendungsgebiete. Vor allem der Konsumbereich mit den Feldern Farben und Lacke, der Transportsektor und der Textilmarkt sind hygienesensible Bereiche", erläutert Dr. Thorsten Bechert, Vorstand der Bio-Gate AG, künftige Betätigungsfelder und die günstigen Voraussetzungen für weitere Wachstumschancen des Unternehmens.Das mikroskalige Silber der Bio-Gate-Gruppe wird bisher vor allem im Medizinmarkt, zum Beispiel bei Kathetern und Implantatmaterialien, eingesetzt und sorgt für eine antimikrobielle Ausstattung der veredelten Produkte. Bislang ist bereits ein mit Silber veredelter Dentalfüllstoff auf dem Markt erhältlich. Neben der Medizintechnik kommen die Silberpartikel der Bio-Gate AG auch in der Flugzeugindustire zum Einsatz. Der Lackhersteller Mankiewicz hat gemeinsam mit dem Flugzeughersteller Airbus ein mit Bio-Gate-Silber ausgerüstetes antimikrobielles Lacksystem für den Einsatz im Flugzeuginnenraum entwickelt und qualifiziert. Die Beschichtung verbessert die Hygiene an Bord, etwa in Küchen und Toiletten. Airbus hat den Lack nach umfangreichen Prüfungen qualifiziert und zugelassen. Fluggesellschaften können die Innovation als Sonderausstattung beim Kauf neuer Maschinen bestellen oder bei der Wartung und Neulackierung des Innenraumes nachrüsten lassen. Erste Anfragen von mehreren Airlines aus dem In- und Ausland für die Nutzung der antimikrobiellen Beschichtung liegen bereits vor.