Concentrix Solar GmbH
Fraunhofer Venture
Interview mit dem Geschäftsführer Hansjörg Lerchenmüller der Cocentrix Solar GmbH

Was war für Sie persönlich der entscheidende Anlass, eine Firma zu gründen?
Der entscheidende Anlass für mich war das Ergebnis einer strategischen Analyse zur Konzentrator-Technologie, die ich in meiner Funktion als Berater erstellt habe. In Diskussionen mit den Auftraggebern der Analyse, im Übrigen teilweise die heutigen Mitgesellschafter, ergab sich die Erkenntnis, dass eine Ausgründung der effizienteste Weg sein würde, diese Technologie in den Markt zu bringen.
Welches besondere Schlüsselerlebnis hat Sie zu Beginn besonders motiviert?
Als besondere Motivation habe ich das Feedback aus dem Markt und dem Technologie-Umfeld empfunden. Der allgemeine Zuspruch hat deutlich gemacht, wie groß das Interesse an dieser Technologie ist.
Was ist ihrer Meinung nach die wichtigste Charaktereigenschaft, um eine Gründung erfolgreich umsetzen zu können?
Ich würde sagen, dass das Wichtigste bei einer Gründung "Fingerspitzengefühl" ist, wenn es darum geht, unterschiedliche Interessen angemessen zu berücksichtigen. Aber Fingerspitzengefühl ist nicht wirklich eine Charaktereigenschaft. Genau so wenig wie Glück, das man braucht, um an die richtigen Mitstreiter und Förderer zu gelangen. Als Charaktereigenschaften zählen da schon eher "Phantasie" und "Vision", die man ganz dringend braucht, um sich vorstellen zu können, wie aus einer Idee ein Unternehmen werden soll. Und am Ende muss man einfach unerschrocken sein.
Welche Schritte haben Sie bereits vor der Ausgründung unternommen?
Die Gründung erfolgte nach einigen ausführlichen strategischen Analysen. Besonders intensiv wurden die Kosten des späteren Produkts sowie der Wettbewerb und das Marktpotential untersucht.
Welche Hilfestellungen haben Sie bei Erstellung des Businessplans in Anspruch genommen?
In erster Linie habe ich mit Mitarbeitern des Fraunhofer ISE, die einen sehr guten Einblick in den PV-Markt haben, diskutiert. Weiterhin hat mir die Diskussion des Business Cases mit der Fraunhofer Venture geholfen und nicht zuletzt haben wir die Unterstützung des Fraunhofer Marketing-Netzwerks bei der Wettbewerbsanalyse genutzt.
Wie ist Ihr Unternehmen heute aufgestellt und welche Schritte sind in naher Zukunft geplant?
Die Concentrix Solar GmbH ist Venture-Capital-finanziert und derzeit dabei, eine Pilotlinie in Betrieb zu nehmen. Im nächsten Jahr werden wir unser erstes Großprojekt durchführen, also ein erstes größeres Photovoltaik-Kraftwerk. Im Laufe des Jahres 2008 werden wir dann mit der industriellen Fertigung beginnen.
Wie kam der Kontakt zu Fraunhofer Venture zustande und wo konnte das Team Sie als erstes unterstützen?
Fraunhofer Venture war mir bereits aus meiner früheren Tätigkeit im Fraunhofer Marketing-Netzwerk bekannt, da es zwischen Marketing und Spin-offs immer wieder Anknüpfungspunkte gibt. Das Team hat uns in der Vorbereitung der Gründung sehr effizient unterstützt. Das ging von grundsätzlichen organisatorischen Fragestellungen bis hin zur ganz konkreten Unterstützung bei den zu erstellenden Verträgen.
Wie gewinnen Sie neue Kunden? Welche Vertriebs- und Marketingmaßnahmen sind Ihrer Meinung geeignet für junge Technologieunternehmen?
Die Konzentrator-Technologie findet aufgrund ihres sehr hohen Wirkungsgrades sehr starkes Interesse bei den Medien und der Öffentlichkeit. So schaffen wir es relativ leicht, häufig in Fachzeitschriften zu kommen. Zusätzlich profitieren wir vom langjährigen Netzwerk des Fraunhofer ISE innerhalb der PV-Community. All dies flankieren wir durch Vorträge und Messeauftritte.
Haben Sie sich von Beginn an voll auf die Firma konzentriert oder waren Sie noch anderswo beschäftigt? Gab es Probleme in der Übergangszeit?
Ich habe ein Jahr lang parallel für das Fraunhofer ISE und für Concentrix gearbeitet. Probleme in der Übergangszeit gab es nicht. Na ja, außer viel Arbeit vielleicht, aber das hat sich auch danach nicht geändert.

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