Fraunhofer-Beteiligung
Fraunhofer Venture
Greasoline GmbH
Das Unternehmen
Die greasoline® Technologie wandelt öl- und fetthaltige Roh- und Reststoffe in Mischungen aus Kohlenwasserstoffen, wie sie in fossilstämmigen Benzin-, Kerosin- und Dieselkraftstoffen vorkommen. Diese Produkte können als Kraftstoffe und Kraftstoffbausteine sowie als Chemierohstoffe verwendet werden. Das Verfahren wurde in den letzten Jahren am Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT in Oberhausen entwickelt. Im Gegensatz zu Biodiesel ist das Produkt zum größten Teil chemisch identisch mit fossilen Kraftstoffen und kann nicht nur als Kraftstoff, sondern zu großen Teilen auch zur Veredlung von Kraftstoffen (»Designerdiesel«) verwendet werden. 2011 wurde das Spin-off aus dem Fraunhofer-Institut ausgegründet.
Das Verfahren
Das greasoline® Verfahren ist konzipiert worden, um minderwertige Fett- und Ölreststoffe zu Biokraftstoffen höchster Qualität aufzuarbeiten. Die Einsatzstoffe dürfen Verunreinigungen durch fossile Öle, unbegrenzt freie Fettsäuren und bis zu 10 Gewichtsprozent Wasser enthalten. Sie werden in die Gasphase überführt, nach Bedarf mit Wasserdampf versetzt und bei etwa 450 bis 500°C über ein Katalysatorbett aus Aktivkohle gegeben. Hier entsteht ein Gemisch aus Brenngasen, CO, CO2, Wasser- und Kraftstoffdampf, aus dem der flüssige Kraftstoff durch Kühlung als Rohprodukt abgetrennt wird.
Die Vorteile
Die Technologie adressiert attraktive, wachsende Märkte: So lassen sich Beimischungsquoten bei Benzin- und Dieselkraftstoffen erfüllen, ohne auf die gewohnte Qualität fossiler Kraftstoffe verzichten oder eine neue Infrastruktur aufbauen zu müssen. Bei Biokerosin können Luftfahrtgesellschaften CO2-Zertifikate einsparen, eine Selbstverpflichtung zum klimaneutralen Wachstum erfüllen und sie haben Vorteile im Endkundenmarketing gegenüber den etablierten Technologien, die Rohstoffe mit Nahrungsmittelqualität einsetzen. Das Verfahren kann kostengünstig in bestehende Infrastruktur in Raffinerien implementiert werden. Als nächstliegende Technologien ist das Verfahren mit anderen Verfahren zum katalytischen Cracken von Fetten und Fettbestandteilen zu vergleichen. Die Vorteile beim greasoline® Verfahren ergeben sich aus der charakteristischen Zusammenstellung von Verfahrensmerkmalen wie Normaldruck, heterogene Gas-Feststoff-Katalyse, Aktivkohlekatalysator und optionaler Wasserdampfzugabe. Aktivkohle als Katalysator ist deutlich preisgünstiger als die Katalysatoren von Alternativtechnologien und der niedrige Katalysatorpreis wirkt sich besonders vorteilhaft aus, falls es durch die bei einer Reststoffverwertung üblichen Variation der Rohstoffqualität zur Katalysatorvergiftung oder zu einer beschleunigten Alterung des Katalysators kommt. Im Vergleich zum Biodieselverfahren hat Greasoline® den Vorteil, dass hier auch Abfallströme wie die Reststofffraktion der Biodieselherstellung aus Altspeisefetten oder Reststoffen aus der Palmölbiodieselherstellung sowie Reste aus der Herstellung anderer Pflanzenöle, die nicht für Nahrungsmittelzwecke nutzbar sind, eingesetzt werden können. Das Verfahren lässt sich auch für die Produktion von Biokraftstoffen aus Algenöl sehr erfolgreich einsetzen. Die in Oberhausen betriebene Pilotanlage dient zur Optimierung des Herstellungsverfahrens auf weitere Rohstoffe und unterstützt die Implentierung des Verfahrens im Großindustriellen Maßstab.


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