Yes we can! Wissenschaftler als Entrepreneure

12.9.2019

Viele Technologie-Firmen haben unternehmerisches Denken bei den Mitarbeitern zum neuen Mantra für die Zukunftsfähigkeit erhoben. Auch für die Angewandte Forschung könnte Entrepreneurship und agileres Arbeiten neue Potenziale freisetzen und zum Transferbeschleuniger vom Labor in die Anwendung werden.

Fraunhofer-Forscher bringen viele Eigenschaften mit, die auch erfolgreiche Innovationsteams oder Startups auszeichnen: Experimentierfreude, kritisches Hinterfragen von Bestehendem, Lernen aus Fehlversuchen und die Suche nach immer neuen Lösungswegen für identifizierte Probleme. Doch dieses „agile Forscher-Gen“ braucht ein Umfeld, indem es sich entfalten kann. Dabei sind genau diese Eigenschaften der Treibstoff für das Innovieren der Zukunft, sei es bei Co-Innovationen mit Partnern im Ökosystem, bei der Entwicklung digitaler Anwendungen oder neuen Geschäfts- und Technologieverwertungsmodellen. Unser Ziel beim AHEAD-Programm ist genau das: Bei Forschern und Forscherinnen das „Macher-Potenzial“ frei zu setzen, mit dem aus wissenschaftlicher Exzellenz und den Technologien der Zukunft Unternehmen und Transfermodelle werden können.

Kopf-Karriere: Unternehmergene wecken

Viele Teilnehmer unserer AHEAD Bootcamps kommen zunächst, um für sich und ihre Institute bessere Technologieverwertungsmöglichkeiten kennen zu lernen – doch kein Teilnehmer kehrt nur mit theoretischen Erkenntnissen an sein Institut zurück: Unternehmerisches Denken ist eine Haltung, keine Methode. Wer vier Tage lang praktisch die Herausforderungen einer Gründungsphase durchläuft, Prototypen mit Kunden testet, im Team in Hochgeschwindigkeit am eigenen Konzept tüftelt und schließlich sein Marktpotenzial im Pitch mit Investoren testet, hat die eigene Unternehmerpersönlichkeit kennen gelernt und weiß, wie er sie einbringen kann. Diese Verbindung von Forschung und Unternehmergeist ist der eigentliche Return-on-Invest für Fraunhofer-Mitarbeiter, Abteilungen und Institute und der Türöffner für erfolgreicheren Technologietransfer. Die Art der Technologieverwertung richtet sich dabei nach den Markterfordernissen und der Zielsetzung der Institute: Teilnehmer können als Intrapreneure (interne Entrepreneure) innerhalb von Abteilungen und Instituten wirken, Lizenzprojekte mit Startups und Partnern auf Unternehmensseite leiten oder Startups zur direkten Technologieverwertung gründen.

Deshalb beginnt jedes Bootcamp mit den Teilnehmern selbst: Es gibt potenziell so viele Möglichkeiten, unternehmerisch zu arbeiten, wie es Unternehmen gibt und auch die Möglichkeiten für Intrapreneure in den eigenen Institutsreihen sind vielfältig und gestaltbar. Die Bootcamp-Teilnehmer lernen zuerst die Möglichkeiten kennen, die ihnen ihre persönlichen Fähigkeiten und Kompetenzen bieten, ihre Rolle im Team, die Positionen, die ihre Persönlichkeit am besten ausdrücken. Wenn Begeisterung, Ehrgeiz und Teamgeist zum Treibstoff für die Projektentwicklung werden, sind die Teams kaum zu stoppen.

Für einige wird das Bootcamp so zum Beginn der eigenen Unternehmerkarriere, für viele das Denken und Handeln als Unternehmer zum Handwerkszeug für eine bessere Technologieverwertung und -vermarktung an ihrem Institut – vorausgesetzt, die Instituts- oder Abteilungskultur lässt Entrepreneurgeist überhaupt zu.

Unternehmerisches Denken beginnt bei engagierten Mitarbeitern und Abteilungsleiter sollten dafür sorgen, dass es nicht auf der Abteilungsebene endet.

Intrapreneurship: Das nächste Level des Technologietransfers für die Institute

Technologieentwicklung von der Forschung zur Anwendung ist heute kein linearer Planungsprozess mehr, sondern mehr und mehr ein interaktiver Prozess mit frühzeitigen Praxistests und steilen Lernkurven durch Feedback und flexible Anpassungen. Intrapreneurship steht für dieses „startup-artige“, agile Innovieren. Abteilungsleiter, die selbst unternehmerisch denken, fördern deshalb Intrapreneure und eine Teamkultur, die Eigeninitiative wertschätzt, Fehler nicht nur toleriert, sondern produktiv in Feedbackschleifen einbindet und die Technologieverwertung nicht als Anhängsel des Projektabschlusses betrachtet, sondern als integralen Bestandteil der eigenen Forschung.

Die Methoden des Design-Thinkings, des Lean Startups oder des Rapid Prototypings, die bei AHEAD gelebt werden, lassen sich auch innerhalb von Fraunhofer-Instituten oder-Abteilungen nutzen, um Forschung näher am Markt zu entwickeln und Entrepreneurgeist in den eigenen Teams zu entfachen. Wenn Mitarbeiter selbst unternehmerisch denken, vervielfältigen sich die Verwertungsmöglichkeiten und es wird schnell klar, ob eine Ausgründung, eine Co-Innovation mit Partnern oder ein Lizenzmodell zum Ziel führt.

Es lohnt sich also, in der eigenen Abteilung Eigeninitiative zu fördern, Freiräume zu schaffen und vom Leiter zum Anleiter für die Entrepreneure in der Forschung zu werden.

Sie wollen auch das „Unternehmen Forschung“ an Ihrem Institut gestalten und den richtigen Weg des Technologietransfers für ausgewählte Projekte über das AHEAD-Programm herausfinden? Dann nehmen Sie mit uns Kontakt auf!